Porsche löst sein eigenes Rätsel, und die Antwort ist ein einzigartiges Flachbau-Biest

Porsche löst sein eigenes Rätsel, und die Antwort ist ein einzigartiges Flachbau-Biest
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Das Patenträtsel vom letzten Jahr ist gelöst: Porsche hat einen GT2 RS in eine Hommage an den legendären 935 Moby Dick verwandelt.

Vor einem Jahr tauchte der Name Flachbau RS in Patentanmeldungen auf – und sofort rätselte jeder, ob Porsche die legendäre Flachbau-Form zurück in die Serie holt. Die Antwort ist deutlich exklusiver ausgefallen als jede Vermutung. Das fertige Auto existiert tatsächlich, doch es handelt sich um ein einziges Kundenprojekt der Sonderwunsch-Abteilung, aufgebaut auf einem nahezu neuen 911 GT2 RS der Baureihe 991.2. Porsche, Manthey und weitere beteiligte Abteilungen haben drei Jahre in Entwicklung und Erprobung gesteckt. Ein Auto. Drei Jahre. Diesen Namen sollte man sich merken.

Der Motor hat damit nichts zu tun – und das ist wohl die größte Überraschung. Der 3,8-Liter-Boxer-Biturbo bleibt mechanisch serienmäßig, genau wie bei einem regulären GT2 RS mit Weissach-Paket, und die Höchstgeschwindigkeit des Basis-GT2 RS liegt bei 340 km/h. Alle Aufmerksamkeit galt der Front, die komplett neu entworfen werden musste für die flachen Kotflügel im Stil des Rennwagens Porsche 935/78: kompakte LED-Einheiten, Lüftungsschlitze über den Rädern und sogar ein umgebauter Tankklappenmechanismus – wegen der neuen Kotflügelform passte der alte schlicht nicht mehr.

Porsche 911 Flachbau RS
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Trotzdem hat der Flachbau RS gegenüber dem Spenderfahrzeug 31,6 kg abgespeckt – und das, obwohl der GT2 RS ohnehin schon einer der leichtesten 911 der Baureihe ist. Aus dem Innenraum verschwanden Infotainment-System, Lautsprecher, Schalldämmung, Bodenbeläge und sogar Leitungsstränge, die nichts mehr versorgten. Am Heck wuchs ein neuer, verstellbarer Flügel – konstruktiv geht er auf den 911 GT3 R rennsport zurück. Das Ergebnis überzeugt: In der aggressivsten Einstellung liegen bei 340 km/h allein auf der Hinterachse rund 554 kg Abtrieb an.

Der historische Bezug ist hier alles andere als subtil. Die Nasenform geht zurück auf den Porsche 935/78, genannt Moby Dick, und die straßentauglichen Flachbau-Modelle der 1980er-Jahre zählen bis heute zu den seltensten Werksvarianten des 911 überhaupt – gerade einmal 948 Exemplare im gesamten Jahrzehnt. Den 935 hat Porsche bereits einmal zurückgeholt, 2018: Damals entstanden 77 reine Rennstrecken-Fahrzeuge auf Basis der GT2-RS-Technik. Eine Neuauflage in Stückzahl wird es diesmal aber nicht geben.

Denn dieses Auto ist nicht der Anfang einer neuen Serie – es ist deren Ende, noch bevor sie überhaupt begonnen hätte. Porsche verknüpft den eingetragenen Namen Flachbau RS ausschließlich mit diesem einen Projekt; von einer Serien- oder auch nur Kleinserienfortsetzung ist keine Rede. Die Frage vom letzten Jahr – „wie wird der neue Flachbau aussehen?“ – lässt sich damit beantworten: Es handelt sich nicht um eine neue 911-Ausstattungslinie, sondern um eine Demonstration, wie weit die Sonderwunsch-Abteilung heute für einen einzigen Kunden zu gehen bereit ist.

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