Sechzehn Jahre lang trieb McLaren die Entwicklung immer schnellerer Roboter-Getriebe voran. Jetzt der abrupte Kurswechsel: Der Concept McL 6GT bekommt eine echte Handschaltung mit physischer Verbindung zwischen Schalthebel und Getriebe – die erste dieser Art bei einem Straßen-McLaren seit dem legendären F1. Die Serienversion des Projekts ist bereits für 2028 bestätigt.
Genau der Aufbau des Getriebes unterscheidet die Neuheit von der aktuellen „Rückkehr-zur-Mechanik“-Mode. Auch der Ferrari 12Cilindri Manuale gibt dem Fahrer Hebel und Kupplungspedal in die Hand, doch darunter arbeitet weiterhin ein Achtgang-DCT: Beide Bedienelemente senden lediglich Befehle an die Elektronik, über das System Manuale By-Wire. Bei McLaren ist es ehrlicher – laut Präsentation ist der offene Schaltmechanismus direkt mit dem Getriebe verbunden, ganz ohne elektronischen Vermittler.

Und das analoge Paket endet damit noch nicht. Der McL 6GT bekommt Hinterradantrieb und eine hydraulische Lenkung statt Elektrik, dazu ein Monocoque aus Carbon als Basis. Der V8 ist bestätigt, Hubraum und Leistung hält McLaren aber weiterhin geheim. Die kursierende Vermutung von 4,0 Litern bleibt genau das – eine Vermutung von Autoblog, kein bestätigter Wert des Serienfahrzeugs.
Der Name führt zurück zur Geschichte von Bruce McLaren selbst. Das ursprüngliche M6GT aus den späten 1960er-Jahren war das erste Straßenfahrzeug-Projekt des Unternehmens; Bruce nutzte den Prototyp persönlich, und der geplante Bau von 250 Exemplaren endete abrupt mit seinem Tod im Jahr 1970. Im Juli 2026 rekonstruierte McLaren Special Operations das M6GT, und die offizielle Website der Marke trägt seither den Zusatz „Legacy. Reborn.“

Ein aufschlussreicher Kontrast entsteht: Ferrari versucht, das Gefühl alter Mechanik elektronisch nachzubilden, ohne auf das DCT zu verzichten. McLaren bringt die mechanische Verbindung tatsächlich zurück. Automatisch schneller macht das den McL 6GT nicht – im Gegenteil, der Fokus des Projekts verschiebt sich weg von Schaltzeiten und Bestwerten, hin zu dem, was der Fahrer selbst mit den Händen tut.
Der nächste überprüfbare Punkt ist rein technisch: McLaren muss noch Leistung und Hubraum des V8, die Anzahl der Gänge, Stückzahl und Preis nennen und die Spezifikation des Fahrzeugs endgültig bestätigen, das 2028 in Serie gehen soll.