Ein neues Modell war versprochen. Jetzt steht ein Verkauf im Raum

Ein neues Modell war versprochen. Jetzt steht ein Verkauf im Raum
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Stellantis sollte dem Werk in Brampton neues Leben einhauchen — jetzt prüft der Konzern den Verkauf. Die Gewerkschaft wurde benachrichtigt, das Geld floss in die USA.

Noch vor zwei Jahren sollte das Stellantis-Werk im kanadischen Brampton den neuen Jeep Compass bauen. Heute wird über seinen Verkauf gesprochen. Wie die Gewerkschaft Unifor mitteilte, hat der Autobauer sie darüber informiert, dass diese Option ernsthaft geprüft wird. Eine endgültige Entscheidung hat das Unternehmen bislang nicht verkündet — doch allein die Mitteilung spricht Bände.

Das Szenario für den Standort hat sich innerhalb von nur zwei Jahren komplett gedreht. Nach dem Stopp der Umrüstung entzog Stellantis Brampton im Oktober 2025 offiziell den Jeep Compass und übergab ihn dem Werk Belvidere im US-Bundesstaat Illinois. Dorthin fließen mehr als 600 Millionen US-Dollar, und ab 2027 sollen dort gleich Compass und Cherokee vom Band laufen — das Projekt verspricht rund 3.300 neue Arbeitsplätze. Für das kanadische Werk blieb in diesem Bild kein Platz.

Als Ersatz für das verlorene Modell hat Brampton bislang öffentlich nichts erhalten. Im Gespräch war eine Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor, doch Unifor lehnte dieses Modell ab: Nach Ansicht der Gewerkschaft hätte es Kanada deutlich weniger Produktionsarbeitsplätze gebracht, als nötig wären.

Auf einen möglichen Käufer wartet zudem eine zusätzliche Hürde. Im Februar 2026 legte der Stadtrat von Brampton fest, dass das Werksgelände an der 2000 Williams Parkway ausschließlich der Fahrzeugmontage und verwandter Automobilproduktion vorbehalten bleibt — damit stehen rund 3.000 Arbeitsplätze im Werk selbst und bei Zulieferern unter Schutz. Ein Verkauf macht das Gelände also nicht automatisch zu einer gewöhnlichen Immobilie. Die Stadt hat bereits eine Hürde gegen dieses Szenario aufgebaut.

Die Entscheidung fällt nun in den Verhandlungen zwischen Stellantis und Unifor. Brampton Assembly gehört zum Rahmen der Auto Talks 2026, zusammen mit Windsor Assembly und weiteren Werken des Konzerns, und der aktuelle Tarifvertrag läuft am 20. September 2026 aus. Genau dort dürfte sich die Unsicherheit um Brampton entweder in eine konkrete Zusage verwandeln — oder ihre endgültige Bestätigung finden: Das Werk wird auf den Verkauf vorbereitet.

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