Detroits Autobauer ziehen gegen Washington in den Kampf um das Wort „amerikanisch“

Detroits Autobauer ziehen gegen Washington in den Kampf um das Wort „amerikanisch“
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Washington will mehr „amerikanische“ Autos — und Detroit warnt, dass Käufer die Rechnung zahlen könnten. Ford, GM und Stellantis wehren sich gegen strengere USMCA-Regeln.

Washington will mehr „amerikanische“ Autos — und die Amerikaner selbst könnten dabei als Erste zur Kasse gebeten werden. Laut Reuters bereiten sich Ford, General Motors und Stellantis darauf vor, sich gegen Teile einer geplanten Überarbeitung des USMCA-Handelsabkommens zu stellen: Zwei Autobauer schätzen, dass die Änderungen jedes Unternehmen mindestens 2 Milliarden Dollar zusätzlich pro Jahr kosten könnten.

Aktuell muss ein Pkw mindestens 75% nordamerikanischen Wertschöpfungsanteil aufweisen, um von der USMCA-Vorzugsbehandlung zu profitieren. Das ist die offizielle Vorgabe des Handelsabkommens zwischen den USA, Kanada und Mexiko. Washington diskutiert laut Reuters-Quellen etwas deutlich Härteres: ein Fahrzeug soll mindestens 50% rein US-amerikanischen Content enthalten müssen, und auch die bestehende 75-Prozent-Schwelle für Nordamerika könnte steigen. Doch as ist noch keine beschlossene Regel.

Das USTR bestreitet die Gespräche nicht — sie laufen. Nur die konkrete 50-Prozent-Zahl ist in offiziellen Unterlagen bislang nicht festgeschrieben. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen den USA und Mexiko ist für September 2026 angesetzt. Für Detroit kommt das zu bereits bestehenden Zöllen hinzu: GM rechnet 2026 mit tarifbedingten Bruttokosten von 2,5 bis 3,5 Milliarden Dollar.

Und hier liegt das Paradox, auf das der Branchenverband AAPC hinweist. Fahrzeuge aus Japan, Südkorea und der EU können dank separater Handelsabkommen mit einem kombinierten Zollsatz von etwa 15% in die USA eingeführt werden. Für japanische und koreanische Autos ist dieser Satz von amerikanischer Seite offiziell festgeschrieben. Das bedeutet: Ein Fahrzeug, das Ford oder GM in Nordamerika aus Teilen mehrerer Länder zusammenbaut, könnte am Ende einem komplizierteren System aus Berechnungen und Zöllen unterliegen als ein vollständig importiertes Auto der Konkurrenz.

Genau deshalb wenden sich die amerikanischen Hersteller nicht grundsätzlich gegen die Lokalisierung: Der AAPC unterstützt den Erhalt des USMCA, verlangt aber gezielte Änderungen und eine ausreichende Übergangszeit. Von beschlossenen Preiserhöhungen ist noch keine Rede — es geht um einen Streit über künftige Regeln. Doch die zusätzlichen 2 Milliarden Dollar pro Unternehmen zeigen deutlich, warum Detroit befürchtet, dass der Kampf um ein „amerikanischeres“ Auto am Ende von den Käufern selbst bezahlt werden könnte.

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