Hyundai zeigt den Ioniq 3-Preis, und der Renault 5 hat plötzlich ein Problem

Hyundai zeigt den Ioniq 3-Preis, und der Renault 5 hat plötzlich ein Problem
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Hyundai hat den Preis des Ioniq 3 für Großbritannien bekanntgegeben: 500 £ günstiger als der Renault 5 ohne Förderung. Zwei Batterien, 441 Liter Kofferraum und bis zu 496 km Reichweite.

22.495 £, umgerechnet knapp 26.500 € — diesen Startpreis für den neuen Hyundai Ioniq 3 in Großbritannien nennt Autocar. Das ist nicht mehr die alte Ansage „unter 25.000 £“: Der kompakte Stromer rückt jetzt direkt in die Preiszone des Renault 5, bietet dafür aber eine größere Karosserie und bis zu 496 km WLTP-Reichweite. Hyundais offizielle Angaben bestätigen zwei Batterien — 42,2 und 61 kWh.

Die Technik ist dabei ungewöhnlich aufgeteilt. Die Standard Range leistet 147 PS und schafft bis zu 344 km, während die Long Range mit dem 61-kWh-Akku auf 135 PS begrenzt ist, dafür aber die Reichweite auf 496 km steigert. Beide Versionen sind frontgetrieben, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Das Laden von 10 auf 80 % dauert rund 29 beziehungsweise 30 Minuten. Die Architektur arbeitet mit 400 Volt, nicht mit 800 Volt wie bei den größeren Ioniq-Modellen. Hyundai nennt diese Werte für die europäische Serienversion.

Der Preis der Long Range beginnt laut Autocar bei 25.745 £. Zum Vergleich: Der offizielle Renault 5 mit 40-kWh-Batterie kostet in Großbritannien derzeit ab 21.495 £ — allerdings ist darin bereits der staatliche Zuschuss von 1.500 £ enthalten. Ohne diesen liegt der Basis-Renault bei 22.995 £: Der von Autocar genannte Ioniq 3 ist damit 500 £ günstiger, noch bevor eine mögliche Hyundai-Förderung überhaupt berücksichtigt wird.

Hyundai Ioniq 3
© hyundai.ee

Die 4.155 mm lange Karosserie kommt auf einen cw-Wert von 0,263. Für die abfallende Form verzichtete Hyundai auf einen vorderen Kofferraum, schuf aber unter dem Hauptladeraum eine Nische mit 119 Litern: zusammen mit den regulären 322 Litern ergibt das 441 Liter. Das verändert die Wahrnehmung des Modells spürbar, das noch im Frühjahr vor allem als kompakter Stromer mit rund 496 km Reichweite bekannt war.

Chefdesigner Exterieur Manfred Schöttle sagte gegenüber Autocar, das Team habe zunächst die aerodynamischste Form überhaupt gesucht, es sei aber „wichtig gewesen sicherzustellen, dass das Auto nicht wie ein Stück Seife aussieht“. Im Innenraum verzichtete man ebenso bewusst darauf, alle physischen Bedienelemente zu entfernen.

Victor Andrean, verantwortlich für den Innenraum, brachte den Ansatz auf die Formel „Hände am Lenkrad, Augen auf der Straße“. Zum hoch platzierten Kombiinstrument erklärte er: „Wir haben es über dem Lenkrad platziert, nicht im Lenkrad wie bei einem gewöhnlichen Auto. Das ist ein wichtiger Schritt, um Blick und Kopf anzuheben; wenn man auf das Display schaut, schaut man ein paar Grad höher. Dadurch liegt der Blick viel näher an der Straße.“

Das zentrale Pleos-Connect-System basiert auf Android Automotive OS und ist mit 12,9- oder 14,6-Zoll-Display erhältlich, Klimasteuerung und die wichtigsten Medienbefehle behielten jedoch physische Tasten. Andrean begründete das unumwunden: „Das haptische Gefühl von Tasten ist sehr wichtig, und ich glaube, der [europäische] Markt braucht das wirklich.“

Selbst die Becherhalter wurden um europäische Alltagsgewohnheiten herum entworfen. „Diese Frage stand von Anfang an im Raum: Wohin mit der riesigen Thermoskanne? Heute läuft jeder mit Flaschen über 1,5 Liter herum — ich auch“, erzählte Andrean.

Der Ioniq 3 wurde in Europa entwickelt und wird im Hyundai-Werk im türkischen İzmit gebaut. In die britischen Autohäuser sollen die Fahrzeuge laut der jüngsten offiziellen Mitteilung von Hyundai UK ab Oktober kommen. Damit steht auch der Platz des Ioniq 3 im wachsenden Hyundai-Portfolio fest: Er positioniert sich zwischen dem städtischen Inster und dem größeren Kona Electric.

Die nächste wichtige Zahl ist nicht mehr die Reichweite, sondern die endgültige britische Preisliste über alle Ausstattungen hinweg sowie der Status des Ioniq 3 im Electric-Car-Grant-Programm. Genau das entscheidet, ob der Preisvorteil gegenüber dem Renault 5 auch nach staatlichen Zuschüssen bestehen bleibt.

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