Mehr Robotaxis existieren auf dem Papier als tatsächlich unterwegs sind

Mehr Robotaxis existieren auf dem Papier als tatsächlich unterwegs sind
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Pony.ai hat aktuell weniger als 2000 Robotaxis im echten Einsatz, doch die Auslandsverträge summieren sich schon auf über 4000 Fahrzeuge – inklusive eines Mega-Deals mit Uber für Europa. Die Rechnung dahinter.

Ende Juni hatte Pony.ai weniger als 2000 Robotaxis tatsächlich im Einsatz. Heute umfasst allein das Auslandsportfolio des Unternehmens schon mehr als 4000 Fahrzeuge. Kein Tippfehler: Der chinesische Robotaxi-Anbieter unterschreibt Verträge schneller, als er Autos bauen kann. Der Haken dabei: Diese 4000 Fahrzeuge sind noch in keiner einzigen Stadt unterwegs — offiziell handelt es sich um Vereinbarungen in unterschiedlichen Verhandlungsstadien.

Am konkretesten ist der Plan für Europa. Pony.ai und Uber haben sich auf den Einsatz von mehr als 2000 Robotaxis in fünf Städten geeinigt. Ausgangspunkt ist Zagreb, vier weitere europäische Städte sollen folgen — und die Partner blicken auch schon Richtung Nahost. Die Rollen sind klar verteilt: Pony.ai liefert das autonome System der Stufe L4 sowie das Betriebs-Know-how, Uber übernimmt Buchung, Bezahlung und den Zugang zu Kunden, während lokale Partner sich um die Flotten kümmern können.

Der Abstand zwischen dem, was wirklich fährt, und dem, was auf dem Papier steht, zeigt am deutlichsten, wie groß Pony.ais Ambitionen sind. Bis Ende 2026 will das Unternehmen weltweit mehr als 3500 Robotaxis im Einsatz haben. Allein die Auslandsverträge über 4000 Fahrzeuge übertreffen dieses Ziel damit schon rechnerisch — auch wenn sich die Zahlen nicht direkt vergleichen lassen: 1975 und 3500 beziehen sich auf die tatsächlich eingesetzte Flotte, 4000-plus dagegen auf künftige internationale Projekte.

Ernst wird es unterdessen auch finanziell. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Robotaxi-Geschäft um 691,2 % auf 12,1 Millionen US-Dollar. Der gesamte Quartalsumsatz erreichte 36,2 Millionen US-Dollar, während der Nettoverlust um 14,9 % auf 45,4 Millionen US-Dollar sank. Bezahlte Fahrten brachten 849,3 % mehr Umsatz ein als ein Jahr zuvor — ein Wachstum, von dem die meisten Robotaxi-Start-ups nur träumen können.

„Wir werden unsere Pläne für das gesamte Jahr konsequent umsetzen und sind zuversichtlich, unser Jahresziel bei den Robotaxi-Umsätzen zu übertreffen“, sagte Pony.ai-CEO James Peng.

Die nächste Hürde ist längst keine Frage der Produktionskapazität mehr. Für Tausende Fahrzeuge braucht es behördliche Genehmigungen, freigegebene Betriebszonen, lokale Betreiber und einen eigenen kommerziellen Start in jeder einzelnen Stadt. Einen Zeitplan für das Auslandsportfolio von über 4000 Fahrzeugen hat Pony.ai nicht genannt; für die europäischen 2000-plus will das Unternehmen die Details ebenfalls Stadt für Stadt bekanntgeben.

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