Alle hielten diesen Motor für erledigt, doch Audi Sport gibt ihn noch nicht auf

Alle hielten diesen Motor für erledigt, doch Audi Sport gibt ihn noch nicht auf
B. Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Der 2.5 TFSI schien unter Euro 7 zum Aussterben verurteilt. Audi-Sport-Chef Rolf Michl sagt, die Bewertung laufe noch — und er hat eine persönliche Bindung an diesen Motor.

Der Fünfzylinder-2.5-TFSI galt noch vor Kurzem als Auslaufmodell — er sollte mit der aktuellen Ära des Audi RS3 verschwinden. Jetzt hat sich die Lage geändert: Audi-Sport-Chef Rolf Michl hat Autocar bestätigt, dass die Bewertung der Zukunft des Motors weiterläuft. Auch eine Entscheidung über den RS3-Nachfolger steht noch aus.

Der größte Feind dieses legendären Fünfzylinders ist nicht die Konkurrenz — es ist die Kalkulation. Die Wirtschaftlichkeit der Anpassung an Euro 7 geht schlicht nicht auf. Audi-Chef Gernot Döllner hatte zuvor eingeräumt, dass das Unternehmen nicht sicher sei, ob es die „Investitionen in die Erfüllung der EU7-Anforderungen“ überhaupt wieder hereinholen kann. Der Motor bräuchte neue Filtersysteme, Sensoren, überarbeitete Einspritzung und Abgasnachbehandlung — und heute steckt der 2,5-Liter-„Turbo-Fünfzylinder“ nur in zwei Autos weltweit: dem Audi RS3 und dem Cupra Formentor VZ5.

Das Urteil scheint klar. Doch bei Audi Sport behandelt man diesen Motor offensichtlich nicht wie ein gewöhnliches Aggregat.

„Wir sind uns der DNA eines Fünfzylindermotors absolut bewusst. Die Bewertungen laufen noch, und Leute, die mich kennen, wissen, dass ich auch eine persönliche Verbindung zum Fünfzylindermotor habe. Er ist so charaktervoll und so tief in der Geschichte verwurzelt — also mal sehen“, sagte Michl.

Dabei geht es nicht nur um Nostalgie. Der RS3 ist der zugänglichste Einstieg in die Audi-RS-Welt, und sein Verlust würde weit mehr als nur einen Hot Hatch treffen.

„Der Einstieg in die RS-Welt ist wichtig, denn ein solches Statement der Marke zu haben, ist grandios. Emotionen beginnen im Kompaktsegment“, erklärte der Audi-Sport-Chef.

Genau hier bekommt der 2.5 TFSI eine unerwartete Überlebenschance. Verteilt man die Kosten für die Euro-7-Konformität nur auf den RS3 und den kleinvolumigen Formentor VZ5, wird die Modernisierung unerschwinglich teuer. Aber je mehr Modelle des Volkswagen-Konzerns diesen Motor bekommen, desto besser rechnet sich das Projekt. Autocar hatte zuvor berichtet, dass der Fünfzylinder für eine extreme Version des Volkswagen Golf R in Betracht gezogen wird — wobei dieses Auto selbst noch nicht bestätigt ist.

Eine weitere Option ist die Hybridisierung. Sie könnte die Emissionen senken, würde aber Kosten und Gewicht erhöhen. Eine endgültige Entscheidung gibt es für keines der beiden Szenarien — weder für den Hybrid noch für den kompletten Abschied vom Fünfzylinder.

„Die Gespräche laufen noch, wir sind also noch nicht an dem Punkt einer Entscheidung angelangt. Alle verstehen wirklich die Bedeutung dieses Motors, und deshalb wägen wir die Optionen weiterhin gemeinsam mit unseren Kollegen bei der Audi AG ab“, sagte Michl.

Der nächste wichtige Punkt in dieser Geschichte wird nicht eine weitere Jubiläumsversion des RS3 sein, sondern Audis technische Entscheidung zum 2.5 TFSI und zur Architektur seines Nachfolgers. Und es sieht so aus, als müsse der Competition Limited keineswegs das letzte Kapitel der Fünfzylinder-Saga sein.

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