Hundert Elektro-BMW verkauften sich, bevor überhaupt eine Fabrik stand

Hundert Elektro-BMW verkauften sich, bevor überhaupt eine Fabrik stand
B. Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Hundert BMW iX3 fanden in Mexiko innerhalb von drei Monaten Käufer – für je 1.495.000 Pesos, ganz ohne lokale Fertigung. Was diese Zahl wirklich bedeutet.

Hundert verkaufte BMW iX3 in drei Monaten in Mexiko – dabei wird das Auto dort noch nicht einmal gebaut. Gemessen an den fast 100.000 weltweiten Bestellungen für den Neue-Klasse-iX3 wirkt die Zahl bescheiden, doch genau so sieht ein echter, organischer Marktstart aus. Verkauft wird bislang nur die teure Version – der iX3 50 xDrive für 1.495.000 Pesos –, eine lokale Produktion gibt es noch nicht. BMW bestätigte die 100-Fahrzeuge-Marke offiziell am 17. August.

Teilt man hundert Autos durch drei Monate, kommt man auf rund 33 im Monat. Wenig? Für einen Markt ohne eigene Fertigung, auf dem nur die teuerste Ausstattung erhältlich ist, ist das alles andere als wenig. Multipliziert man hundert Fahrzeuge mit dem aktuellen Startpreis, ergibt sich eine Marke von 149,5 Millionen Pesos. BMWs tatsächlicher Umsatz dürfte anders ausfallen – Ausstattungen, Rabatte und Vertragskonditionen variieren –, doch die Zahl zeigt ehrlich, welches Volumen zum Listenpreis erreicht wurde.

Unter der Haube des mexikanischen iX3 50 xDrive arbeiten zwei Elektromotoren mit zusammen 469 PS und 645 Nm, dazu eine Batterie mit 108,7 kWh und Allradantrieb. Die angegebene Reichweite liegt bei 805 km nach WLTP, der Sprint auf 100 km/h dauert 4,9 Sekunden, und die 800-Volt-Architektur erlaubt DC-Laden mit bis zu 400 kW. Für Mexiko spendiert BMW noch einen weiteren Trumpf – einen NACS-Anschluss mit Zugang zu kompatiblen Tesla-Superchargern; CCS wird per Adapter abgedeckt.

Der günstigere iX3 40 fehlt dagegen schlicht in der aktuellen mexikanischen Preisliste – dort steht nur der 50 xDrive. In anderen Ländern erschließt die Einstiegsversion bereits ein breiteres Publikum: Im Juli stellte SPEEDME.RU den Einmotor-iX3 40 mit 320 PS und bis zu 637 km WLTP-Reichweite vor. Ob diese Variante auch nach Mexiko kommt, hat BMW bislang nicht bestätigt.

Der nächste große Schritt folgt 2027. BMW bereitet sein Werk in San Luis Potosí bereits auf die Fertigung von iX3 und dem elektrischen i3 vor, am selben Standort soll zudem die Montage der Gen6-Hochvoltbatterien anlaufen. Derzeit kommen alle mexikanischen iX3 aus dem neuen Werk Debrecen, sodass die Lokalisierung vor allem Logistik und Verfügbarkeit verändern wird. Eine Preissenkung vor der neuen Preisliste zu versprechen, wäre verfrüht – das tun wir nicht.

Nach dieser ersten Hundert wird erst die Statistik von 2027 wirklich aussagekräftig – sie erlaubt den Vergleich zwischen der Nachfrage nach dem importierten iX3 und den Ergebnissen nach Start der lokalen Fertigung. Bis dahin wächst der Zähler weiter.

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