Vor zwei Jahren war Momentum 2030 für Mitsubishi kaum mehr als ein Versprechen — jedes Jahr ein neues oder deutlich überarbeitetes Modell in den USA. Bis August 2026 begann sich dieses Versprechen in konkrete Fahrzeuge zu verwandeln. Den Anfang macht der Eclipse Sportback EV, Anfang 2027 folgt eine geländetaugliche Version des Outlander, und der nächste große Schritt ist ein mittelgroßer Pickup, den Mitsubishi gemeinsam mit Nissan entwickelt.
„Geschichten wie ‘Bleibt Mitsubishi überhaupt noch in den USA?’ sind alt und ermüdend, und wir wollen sie nicht mehr hören. Die Entscheidung ist gefallen. Wir sind hier. Wir sind sehr stolz darauf, wer wir sind, wohin wir gehen, und wir haben einen starken Plan, um dorthin zu kommen“, sagte Jeremy Barnes, Senior Director of Communications bei Mitsubishi Motors North America, gegenüber Edmunds.
Der erste echte Test dieses Plans steht kurz bevor. Der Eclipse Sportback EV basiert auf dem neuen Nissan Leaf und soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 in den USA und Kanada auf den Markt kommen. Offiziell spricht Mitsubishi von Spätsommer oder Frühherbst als Verkaufsstart; Edmunds nennt den Oktober. Danach folgt Anfang 2027 die geländetauglichere Outlander-Variante.
Danach sinkt die Verlässlichkeit der Angaben spürbar. Das Pickup-Projekt mit Nissan ist von Mitsubishi selbst bestätigt — mehr aber auch nicht. Plattform und genauer Zeitpunkt wurden bislang nicht genannt. Edmunds rechnet mit einem Leiterrahmen-Modell frühestens nach dem Frühjahr 2027 und hält eine Verbindung zum kommenden Frontier für wahrscheinlich. Ein weiteres SUV soll laut dem Portal ebenfalls in den USA erscheinen, Name und Architektur sind aber nicht bekannt.
Die Montero-These erhielt zusätzlichen Auftrieb durch die Rückkehr des Pajero: Mitsubishi hat bereits offiziell die Weltpremiere eines neuen Leiterrahmen-SUV für Herbst 2026 angekündigt. Es basiert auf der Architektur des Pickups Triton, und der Name Montero wird auf einigen Märkten traditionell für den Pajero verwendet. Eine Bestätigung für den US-Verkauf des Modells ist das jedoch nicht.
Ein erstes messbares Ergebnis des Umbaus gibt es bereits. Im zweiten Quartal 2026 verkaufte Mitsubishi in den USA 23.127 Fahrzeuge — fast 5 % mehr als im Vorjahr, der Outlander legte um 21,5 % zu. Am 30. Juli eröffnete die Marke ihren ersten US-Standort im neuen Gallery-Format — ein weiteres Element von Momentum 2030, das die Präsenz der Marke ausbauen soll, ohne auf einen klassischen, vollwertigen Autohaus-Betrieb zu setzen.
Die Verbindung zu Nissan wird dabei nicht zur Ausnahme, sondern zum Beschleuniger. Der Eclipse Sportback ist bereits ein OEM-Modell von Nissan, das Pickup-Projekt ist von beiden Seiten bestätigt, und Mitsubishi selbst erklärt, Allianzen sollten das eigene Modellprogramm ergänzen. Barnes formuliert es so: „Renault, Nissan und Mitsubishi werden dort und dann gemeinsam an technischen Programmen arbeiten, wo es für alle Marken Sinn ergibt.“
Der nächste echte Test der Strategie kommt schon vor dem Pickup: Mitsubishi muss zunächst den Eclipse Sportback EV auf den Markt bringen, danach den geländetauglichen Outlander. Erst danach wird klar, welche der noch offenen Plätze in der fast verdoppelten Modellpalette an eigene Mitsubishi-Modelle gehen — und welche an Gemeinschaftsprojekte mit Nissan.