Ein Modelljahr jünger, 21 Punkte weniger zuverlässig — willkommen beim Pickup-Roulette

Ein Modelljahr jünger, 21 Punkte weniger zuverlässig — willkommen beim Pickup-Roulette
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Eine neue Consumer-Reports-Auswertung zeigt: Die Zuverlässigkeitswerte schwanken innerhalb desselben Pickup-Modells von Jahr zu Jahr drastisch — manchmal um 21 Punkte. Das sollten Käufer vor dem Kauf prüfen.

Man könnte meinen, ein neuerer Gebraucht-Pickup bedeutet weniger Ärger. Vergessen Sie diese Annahme. Eine aktuelle Auswertung von Consumer Reports stellt die Logik beim Gebrauchtwagenkauf auf den Kopf: Manchmal erweist sich ein nur ein Modelljahr jüngerer Pickup als deutlich anfälliger als sein Vorgänger. Die Differenz kann bis zu 21 Punkte betragen – und das ist kein Tippfehler.

Das auffälligste Beispiel ist der Nissan Frontier. Das Modelljahr 2024 erreichte bei Consumer Reports 86 von 100 Punkten – nahezu makellose Zuverlässigkeit. Das Modelljahr 2025? Es stürzte auf 65 Punkte ab. Ein einziges Modelljahr – und der Pickup wirkt wie ein völlig anderes Fahrzeug.

Beim Ford Maverick zieht sich der Rückgang über drei Jahre, das Ergebnis bleibt aber dasselbe: 80 Punkte für die Version 2023, 73 für 2024 und nur noch 62 für 2025. Der Hyundai Santa Cruz brach noch stärker ein – von 80 Punkten im Jahr 2024 auf 62 im Jahr 2025. Die Schlussfolgerung ist eindeutig: Wer sich nur am Modell orientiert, macht einen Fehler. Entscheidend ist der Vergleich des exakten Modelljahrs.

Der Honda Ridgeline zeigt, dass die Schwankungen in beide Richtungen gehen können: 65 Punkte für 2020, ein Sprung auf 77 für 2021 – und danach wieder ein Rückgang auf 66 für 2023. Der Toyota Tacoma hingegen bietet eine regelrechte Achterbahnfahrt: ein Höchstwert von 84 Punkten im Jahr 2022, ein Einbruch auf 66 im Jahr 2021, 68 im Jahr 2023 – und nach dem Generationswechsel 63 beziehungsweise 64 Punkte für die Modelljahre 2024 und 2025.

Bevor Sie in Panik geraten, lohnt sich ein genauerer Blick darauf, was diese Zahlen eigentlich bedeuten. Consumer Reports erhebt seine Daten über Umfragen unter Fahrzeughaltern zu aufgetretenen Defekten und bewertet jedes Modelljahr separat. Schwerwiegende Probleme an Motor, Getriebe, Kühlsystem und Antriebsstrang fließen stärker in die Wertung ein als Kleinigkeiten wie Klappergeräusche im Innenraum. Für die prognostizierte Zuverlässigkeit kann die Organisation zudem auf die Historie mehrerer zurückliegender Jahre derselben Generation zurückgreifen. Die Bewertung ist also ein Anhaltspunkt für statistische Problemtrends – keine Garantie dafür, dass ein bestimmtes Exemplar nicht doch Ärger macht.

Eine terminologische Feinheit ist ebenfalls erwähnenswert. Die Analysten bezeichnen alle fünf Fahrzeuge als mittelgroße Pickups, obwohl Ford den Maverick offiziell als Kompaktmodell einstuft. Es ist daher treffender, die Auswahl nicht als strengen Vergleich innerhalb eines einzigen Segments zu lesen, sondern als Querschnitt vergleichsweise kleiner amerikanischer Pickups insgesamt.

Auf Tarantas.News ist bereits ein Zuverlässigkeits-Ranking von Consumer Reports erschienen, das die Durchschnittswerte von Ridgeline, Ranger, Gladiator, Frontier und Tacoma über einen längeren Zeitraum verglich. Die neue Auswertung ist aus einem anderen Grund interessant: Sie zeigt, wie stark die Ergebnisse innerhalb eines einzigen Modells von Jahr zu Jahr schwanken können – mitunter dramatischer als die Unterschiede zwischen konkurrierenden Modellen.

Die praktische Konsequenz für Käufer eines gebrauchten Pickups ist einfach: Ist die Modellwahl getroffen, sollte man gezielt die Zuverlässigkeitswerte des genauen Modelljahrs, die Wartungshistorie und den Zustand des konkreten Fahrzeugs prüfen. Und nicht vergessen: Die nächste jährliche Consumer-Reports-Erhebung kann dieses Ranking erneut durcheinanderwirbeln, sobald neue Rückmeldungen von Fahrzeughaltern einfließen.

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