Dieser Veyron trägt jetzt die Schuhe des Chiron, und nichts bleibt, wie es war

Dieser Veyron trägt jetzt die Schuhe des Chiron, und nichts bleibt, wie es war
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Bugattis Programm La Maison Pur Sang stattet einen Einzelstück-Veyron mit Chiron-Rädern, Tourbillon-Lackierung und einer an Uhrmacherkunst erinnernden Mittelkonsole aus — ohne den Motor anzurühren.

Auf den ersten Blick wirkt es wie eine gewöhnliche Jubiläumsrestaurierung. Der zweite Blick gilt den Rädern: 20 Zoll vorn, 21 hinten. Genau das macht Bugattis neues Veyron-Projekt zu weit mehr als einer Rückkehr zum Werkszustand. La Maison Pur Sang hat den Wagen auf die Reifendimensionen des Chiron angepasst und dabei die unverwechselbare Silhouette des Veyron bewahrt. Besitzer 20 Jahre alter Hypercars sollten aufhorchen – das Werksprogramm geht inzwischen weiter, als viele erwartet hätten.

Dieser Veyron entstand als Einzelanfertigung im Kundenauftrag. Die Karosserie kombiniert Rouge Rembrandt, entwickelt für den Tourbillon, mit Petrol Blue aus der Chiron-Palette – zwei Farben, die es zur Veyron-Ära schlicht nicht gab. Der Innenraum ist in Magnolia-Leder mit individueller Mocassin-Steppung ausgeführt, zwischen den Sitzen sitzt eine Plakette zum 20-jährigen Jubiläum des Veyron.

Bugatti Veyron
© bugatti.com

Bugatti bezeichnet La Maison Pur Sang als Programm, „das geschaffen wurde, um Bugatti zu bewahren, zu restaurieren, weiterzuentwickeln und, sofern gewünscht, für die Gegenwart neu zu interpretieren“. Diesen Wagen bezeichnet das Unternehmen als „Einzelstück-Projekt“, entstanden mit neuen Materialien und neuen Restaurierungsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit dem Besitzer.

Ein weiteres unerwartetes Detail: Die Mittelkonsole erhält eine Côtes-de-Genève-Verzierung, jene Dekortechnik, die aus der Uhrmacherei bekannt ist. In den Worten von Bugatti „stellt sie eine herausragende technische Leistung dar und zeigt Bugattis Fähigkeit, Uhrmacherkunst in einen völlig neuen Kontext zu übertragen“.

Doch die eigentliche Geschichte steckt in den Rädern. Die Dimension von 20 Zoll vorn und 21 Zoll hinten erlaubt den Einsatz von Chiron-Reifen – obwohl Motor und übrige Antriebstechnik unangetastet blieben. Es geht nicht darum, den Veyron schneller zu machen. Es ist eine werksseitige Neukonfiguration eines bestehenden Hypercars – und ein Präzedenzfall, von dem bislang niemand sprach.

Die Zeitleiste zeigt, wie weit sich die Philosophie von La Maison Pur Sang entwickelt hat. Im März 2026 zeigte Bugatti bereits einen anderen Veyron Super Sport, den Spezialisten sechs Monate lang exakt in den Originalzustand zurückversetzten – keine Abweichung erlaubt. Damals bestätigte das Unternehmen bereits, dass das Programm nicht nur Restaurierung und Zertifizierung umfasst, sondern auch die Neukonfiguration von Fahrzeugen nach den Wünschen der Besitzer. Diese Ankündigung ist jetzt Realität geworden.

Bugattis Spezialist für Heritage und Zertifizierung, Luigi Galli, erklärt den Auftrag des Programms so: „La Maison Pur Sang existiert, um auf höchstem Niveau die Authentizität, die Herkunft und die Zukunft der uns anvertrauten Bugatti-Fahrzeuge zu schützen. Mit unseren Restaurierungs- und Zertifizierungsleistungen sorgen wir dafür, dass Bugatti ein unbezahlbares Sammlerstück bleibt, dessen Wert es zu erhalten gilt. Der Veyron ist eine Legende der Automobilgeschichte, die weiterhin geschätzt wird, und in den Händen der Spezialisten von La Maison Pur Sang entwickelt er sich mit derselben Leidenschaft weiter, mit der er einst geschaffen wurde.“

Die Zielgruppe für einen solchen Service war von Anfang an klein: Bugatti baute insgesamt nur 450 Veyron – 300 Coupés und 150 Roadster –, der letzte wurde bereits 2015 verkauft. Doch es geht hier nicht um die Stückzahl. Es geht um den Präzedenzfall: Eine Werksrestaurierung kann die Herkunft eines Fahrzeugs bewahren und gleichzeitig dessen technische Standards an den heutigen Alltagseinsatz anpassen.

Eine wesentliche Frage bleibt offen – und Bugatti lässt sich mit der Antwort Zeit. Wird der Umstieg auf 20- und 21-Zoll-Räder mit Chiron-Reifen zu einer verfügbaren Option für andere Veyron-Besitzer, oder bleibt er eine Eigenheit dieses einen Exemplars?

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