Das hat keiner kommen sehen — Tesla macht Nägel mit Köpfen

Das hat keiner kommen sehen — Tesla macht Nägel mit Köpfen
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Tesla will Anfang September auf der IAA Transportation in Hannover die europäischen Spezifikationen und Startdetails des Semi vorstellen — die britische Tesla-Seite nennt bereits 550 km Reichweite und bis zu 800 kW Leistung.

550 km Reichweite, 40 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht und bis zu 800 kW Leistung — diese Werte veröffentlicht Tesla bereits jetzt für den Semi auf seiner europäischen Website. Die IAA Transportation im September wird deshalb nicht einfach der nächste Auftritt des Lkw in Europa sein, sondern ein deutlich wichtigerer Schritt: Tesla will dort die kommerziellen Details des Markteintritts offenlegen.

„Specs & launch details for Semi in Europe to be unveiled at IAA Transportation in Hannover, Germany“, teilte Tesla mit. Die Messe läuft vom 15. bis 20. September 2026, der Pressetag ist der 14. September.

Interessant: Ein Teil der europäischen Spezifikation ist bereits einsehbar. Die offizielle britische Tesla-Semi-Seite nennt für die Standard-Range-Version eine Reichweite von rund 550 km, drei Elektromotoren an der Hinterachse, bis zu 800 kW, ein Leergewicht von 9.100 kg und einen Energieverbrauch von 1,0 kWh/km. Über MCS 3.2 soll der Lkw in 30 Minuten bis zu 60 % der Reichweite nachladen; die elektrische Zapfwelle ist mit 25 kW ausgelegt.

Tesla Semi
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Das erlaubt bereits einen Vergleich mit dem wichtigsten europäischen Maßstab. Der Mercedes-Benz eActros 600 verspricht bei ebenfalls 40 Tonnen Gesamtgewicht 500 km ohne Zwischenladung und eine Batterie mit rund 621 kWh. Auf dem Papier liegt Tesla damit etwa 50 km vorn — ein direkter Vergleich vor der europäischen Zertifizierung des Semi ist aber verfrüht: Messmethoden und Fahrzeugkonfigurationen unterscheiden sich.

Vor dieser Ankündigung war die europäische Perspektive des Lkw noch vage: In einer Analyse vom August war noch von einem Europa-Start 2027 die Rede. Jetzt gibt es einen konkreten Termin, an dem sich künftig nicht mehr Versprechen, sondern Bestelltermine, Ausstattungsvarianten und Lieferbedingungen bewerten lassen.

Nicht weniger wichtig ist die Ladeinfrastruktur. Tesla baut sein Megacharger-Netz mit bis zu 1,2 MW aus, und ein Test einer neuen Semi-Ladestation hat gezeigt, wie sich diese Leistung in der Praxis niederschlägt. Für europäische Transportunternehmen dürfte die Verfügbarkeit von MCS entlang der Autobahnen mindestens so wichtig sein wie die 550 km auf dem Papier.

Auf der IAA lohnt sich vor allem der Blick auf vier Punkte: Kommt eine Long-Range-Version nach Europa, wann öffnet die Bestellung, welchen Preis setzt Tesla an, und ab wann kommen die ersten Kundenfahrzeuge? Einen öffentlichen europäischen Preis gibt es bislang nicht.

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