Damit hat niemand gerechnet. Die Fotografen von Tarantas News haben auf der Chengdu Motor Show 2026 eine der spektakulärsten Werksversionen des Beijing BJ40 entdeckt — ein silberner Geländewagen mit dem kompletten Zhufeng-Shanjing-Paket. Das komplette offizielle Expeditionskit Everest stammt von Beijing Off-Road und ist für alle gedacht, denen der Serien-BJ40 nicht rau genug ist.
Ein eigenes Modell ist das nicht. Und erst recht kein Show-Car aus irgendeiner Tuning-Werkstatt. Das Kit basiert auf den werkseigenen Fahrzeugdaten und besteht aus zehn Komponenten, die laut Hersteller allesamt eigene Dauerhaltbarkeits- und Klimatests durchlaufen haben.
Am Fahrzeug, das unsere Korrespondenten begutachtet haben, ist praktisch die gesamte Vollausstattung zu erkennen: silberne GT-Silver-Folie, thematische Berggrafik, verstärkte, geteilte Frontstoßstange, integrierte Beleuchtung samt Dachplattform, seitliches Expeditionspanel, Schwellerschutz, Geländereifen von BFGoodrich All-Terrain und ein modifiziertes Fahrwerk. Durch den Radkasten ist deutlich das violette Gehäuse des externen Stickstoff-Dämpfer-Ausgleichsbehälters zu sehen — ein Detail, das ohnehin nur auffällt, wenn man gezielt danach sucht.
Das Komplettpaket umfasst zudem zweiteilige geschmiedete Räder und Geländereifen. Die Stickstoffdämpfer sind verstellbar und sollen Überhitzung bei längeren Fahrten auf schlechten Straßen reduzieren.
Was die riesige Zahl 1376 wirklich bedeutet
Das auffälligste Detail am Ausstellungs-BJ40 ist die „1376“ auf den Türen. Man könnte sie leicht für eine Reichweitenangabe halten. Ist sie aber nicht — mit den technischen Daten hat die Zahl nichts zu tun.
Beijing Off-Road bezeichnet die „1376“ als Element mit „günstiger tibetischer Bedeutung“. Sie gehört zur markentypischen Schneeberg-Grafik, zusammen mit einer Darstellung des heiligen Bergs Kailash. Die tatsächliche Reichweite des BJ40 laut Datenblatt ist eine ganz andere Zahl.
Das Komplettpaket kostete umgerechnet rund 2.400 US-Dollar
Nach einer Vorbestellphase hat der Hersteller Everest in zwei Stufen aufgeteilt. Die einfachere Snow Line startet bei 8.800 Yuan — umgerechnet rund 1.230 US-Dollar. Das vollständige Zehn-Komponenten-Paket Ice Peak kostet 16.000 Yuan, also etwa 2.200 US-Dollar.
Ohne den Einführungsrabatt liegen die Preise spürbar höher — 10.300 beziehungsweise 20.000 Yuan, also rund 1.440 und 2.800 US-Dollar. Auf beide Kits gibt es ein Jahr beziehungsweise 20.000 km Garantie.
Darunter bleibt ein waschechter Leiterrahmen-Geländewagen
Das Paket rührt die Fahrzeugtechnik nicht an — und genau das zählt. Der aktuelle BJ40 behält seinen separaten Leiterrahmen, 215 mm Bodenfreiheit, 38 Grad Böschungswinkel vorn und 37 Grad hinten sowie eine Wattiefe von bis zu 750 mm. Je nach Heckklappenkonfiguration beträgt die Länge 4.720 oder 4.790 mm bei 2.760 mm Radstand.
Die aktuellen Langstrecken-Versionen nutzen einen 1.5T-Benziner als Generator kombiniert mit zwei Elektromotoren. Die Systemleistung erreicht 391 kW beziehungsweise 532 PS bei 625 Nm Drehmoment. Batterien mit 41,7 und 49,4 kWh ermöglichen 201–252 km rein elektrische Reichweite, die Gesamtreichweite nach CLTC liegt bei bis zu 1.300 km. Genau deshalb lässt sich die Zahl 1376 auf der Tür so leicht missverstehen.
In China kostet der aktuelle BJ40 Long Range zwischen 179.800 und 209.800 Yuan — umgerechnet etwa 25.200 bis 29.400 US-Dollar. Der BJ40 wird auch offiziell in anderen Märkten verkauft, teils allerdings mit völlig anderer Technik: mit einem 2.0T-Benziner mit 218 PS und 8-Gang-Automatik. Einen Hybrid-BJ40 mit werkseitigem Everest-Paket gibt es außerhalb Chinas derzeit nicht.
Genau dieser offizielle Status macht das Ausstellungsfahrzeug interessanter als die meisten Umbauprojekte. Das Werk liefert faktisch einen fertigen Expeditions-BJ40 mit geändertem Fahrwerk, Rädern, Schutzelementen und Befestigungssystem für Ausrüstung — ganz ohne eigene Suche bei verschiedenen Anbietern nach dem Kauf.