Ein und derselbe 2,0-Liter-BMW-B48 hat es irgendwie geschafft, drei völlig unterschiedliche Leben zu führen: unter der langen Haube des heckgetriebenen Toyota GR Supra, im rund 1.000 Kilogramm leichten Morgan Plus Four und quer eingebaut in den flotten kleinen MINIs. Die Zusammenstellung stammt von BMWBLOG, mit einer wichtigen Einschränkung: MINI ist eigentlich kein fremder Hersteller — es ist schlicht eine eigene Marke innerhalb der BMW Group.
Der US-spezifische GR Supra 2.0 bekam einen B48 mit 255 PS und 400 Nm, kombiniert mit einer Achtgang-Automatik und Hinterradantrieb. Er beschleunigte in nur 5 Sekunden auf 97 km/h und wog rund 91 kg weniger als die 3.0-Version. Doch das ist inzwischen Geschichte: Für 2025 wurde die offizielle US-Supra-Palette auf 3.0 und 3.0 Premium reduziert, und im finalen Modelljahr 2026 blieb für den Vierzylinder kein Platz mehr — nur die Sechszylinder-Versionen überlebten.
Bei Morgan sieht die Geschichte anders aus — dort gibt man den B48 nicht auf. Der aktuelle Plus Four verbaut den Motor längs und schickt die gesamte Kraft an die Hinterachse: 258 PS, mit Schaltgetriebe stehen 350 Nm und ein Sprintwert von 5,2 Sekunden auf 100 km/h zur Verfügung, mit der Achtgang-Automatik sind es sogar 400 Nm und 4,8 Sekunden. Das Trockengewicht der Automatikversion liegt bei gerade einmal 1.009 kg — für einen Wagen mit diesem Charakter fast unanständig wenig. In Großbritannien startet der Roadster bei £69.995.
Die härteste Werksabstimmung von allen bekam jedoch der MINI John Cooper Works GP: Die europäische Version leistete 306 PS und 450 Nm und erreichte 100 km/h in 5,2 Sekunden. Insgesamt wurden nur 3.000 Exemplare gebaut. Ein ähnliches Aggregat fand auch im allradgetriebenen JCW Clubman seinen Platz. Der B48 selbst ist im eigenen BMW-Programm längst ein bekanntes Gesicht, während sich der heutige dreitürige MINI John Cooper Works mit deutlich bescheideneren 231 PS und 380 Nm begnügen muss.
Genau diese Bandbreite an Konfigurationen beschreibt den B48 am besten: ein Basismotor, angepasst an Vorder-, Hinter- und Allradantrieb, an Schalt- und Automatikgetriebe, an Fahrzeuge mit rund einer Tonne Gewicht und an alltagstauglichere Modelle. Ihn allein aufgrund seines Rufs als „absolut zuverlässig“ zu bezeichnen, wäre allerdings gewagt — BMWBLOG führt in seiner Zusammenstellung weder eine eigene Langzeitstudie noch Ausfallstatistiken an, das Lob sollte man also vorerst noch zurückhalten.