Toyota hat sich ein Auto ausgedacht, das dem Blick des Fahrers buchstäblich folgen und fotografieren könnte, was unterwegs seine Aufmerksamkeit weckt. Die US-Anmeldung US 2026/0261754 A1 wurde am 3. September 2026 veröffentlicht, obwohl die Unterlagen bereits am 3. März 2025 eingereicht wurden. Als Anmelder sind Toyota Motor Engineering & Manufacturing North America und Toyota Jidosha Kabushiki Kaisha genannt.
Das Prinzip klingt überraschend simpel. Eine Innenraumkamera verfolgt die Position von Kopf oder Augen des Fahrers. Daraus kann die Elektronik ableiten, wohin die Person blickt, und die passende Außenkamera auswählen. Auslösen ließe sich die Aufnahme per Sprachbefehl oder Taste. Als Beispiele nennt die Anmeldung das Fotografieren einer bestimmten Werbetafel und das automatische Speichern klassischer Fahrzeuge, die unterwegs auftauchen.
Bei einem einzelnen Foto soll es aber nicht bleiben. Die Aufnahmen könnten an ein Smartphone übertragen werden, während mehrere Kameras dasselbe Objekt aus verschiedenen Winkeln erfassen. Anschließend könnte das System die Bilder für eine Internetsuche nutzen und etwa Produkt, Hersteller, Preis und Verfügbarkeit bestimmen. Auch eine Personalisierung anhand von Gerätedaten und zuvor erkannten Interessen des Nutzers ist vorgesehen.
Dann wird es noch ungewöhnlicher. In den veröffentlichten Ansprüchen ist ausdrücklich vorgesehen, gesundheitsbezogene Informationen über den Fahrer zu erhalten. Wird einer Person zum Beispiel mehr Bewegung empfohlen, könnte das Auto entlang der Route geeignete Orte suchen und eine Karte mit Bereichen unterschiedlicher Fußgängerdichte erstellen. Theoretisch würde der Wagen also nicht nur merken, was den Blick eingefangen hat, sondern auch vorschlagen, wo sich ein Stopp für einen Spaziergang lohnt.
Es gibt allerdings einen entscheidenden Haken: Bislang handelt es sich nur um eine Patentanmeldung und nicht um die Ankündigung einer Serienfunktion von Toyota. Im Dokument werden weder ein konkretes Modell noch ein Zeitplan für eine mögliche Einführung genannt. Die ungewöhnliche Idee könnte deshalb auch vollständig auf dem Papier bleiben.