Tesla steht im Vereinigten Königreich vor erheblichen rechtlichen Problemen, weil das Unternehmen auf Anfragen der Polizei bei Verkehrsverstößen nur passiv reagiert. Wie die BBC berichtet, ist die britische Tochtergesellschaft in mehreren Fällen verklagt worden, da sie Fahrer von Mietwagen, die Geschwindigkeitsbegrenzungen überschritten, nicht identifizieren konnte oder wollte.

Der Grund liegt in Teslas Leasing- und Mietdiensten in Großbritannien, wo Tesla Financial Services als Halter der Fahrzeuge eingetragen ist. Nach britischem Recht muss die Polizei vor der Verfolgung eines Tempoverstoßes den Fahrer zum Tatzeitpunkt ermitteln.

Dazu schickt sie in der Regel eine offizielle Anfrage an das Mietunternehmen, um die Fahrerdaten zu erhalten. Reagiert das Unternehmen nicht fristgerecht oder liefert die nötigen Informationen nicht, haftet es selbst. Genau deshalb laufen jetzt Gerichtsverfahren gegen Tesla in London, Hampshire und der Region Thames Valley.

Eine Untersuchung einer britischen Nachrichtenagentur zeigt, dass die Polizei seit Anfang 2024 mindestens 18 Fälle gegen Tesla eingeleitet hat, von denen 17 bereits vor Gericht abgeschlossen sind. In allen Fällen konnte Tesla die Fahrer nicht benennen, und die Gesamtstrafen beliefen sich auf über 20.000 Pfund, was etwa 190.000 Rubel entspricht.

Gerichtsunterlagen belegen, dass Teslas UK-Direktorin Becky Hodgson im November 2025 eine E-Mail schickte, in der sie im Namen des Unternehmens Schuld eingestand. Darin hieß es, Tesla habe versucht, das Geständnis über ein Online-Portal der Polizei einzureichen, doch es gab technische Probleme. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte Tesla trotz Medienanfragen keine offiziellen Stellungnahmen zur Situation abgegeben.

Diese Episode mit den britischen Strafen zeigt, dass Digitalisierung und Unternehmensgröße Autohersteller nicht von der strikten Einhaltung lokaler Gesetze befreien. Für Tesla ist es eine Warnung: Selbst indirekte Missachtung behördlicher Anfragen kann zu Reputations- und finanziellen Verlusten führen.