China führt strenge Sicherheitsvorschriften für Elektroautos ein
Ab 2027 müssen Elektroautos in China mechanische Türöffner haben. Versteckte Griffe sind verboten nach tödlichen Vorfällen. Lesen Sie mehr über die neuen Regeln.
China führt ab 2027 einige der weltweit strengsten Sicherheitsvorschriften für Elektrofahrzeuge ein. Die Aufsichtsbehörden haben versteckte Türgriffe offiziell verboten – ein Designmerkmal, das zum Symbol der EV-Ästhetik wurde, aber zu mehreren Vorfällen geführt hat, darunter zwei tödliche Fälle mit Xiaomi-Autos. Bei beiden Episoden verhinderte ein vermuteter Stromausfall, dass die Türen von innen geöffnet werden konnten.
Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie schreibt nun vor, dass jede Tür sowohl außen als auch innen einen mechanischen Öffnungsmechanismus haben muss. Hersteller müssen klar gekennzeichnete Öffnungssysteme bereitstellen und auf rein elektronische Systeme verzichten. Dieser Standard tritt 2027 in Kraft, wobei Modelle in späten Zertifizierungsphasen eine zweijährige Übergangsfrist erhalten.
Versteckte Griffe wurden ursprünglich für Aerodynamik und Premium-Design übernommen. Tesla war hier Vorreiter, später folgten chinesische und europäische Marken. Unfallanalysen zeigen jedoch einen kritischen Fehler: Bei Stromausfall oder elektrischen Schäden kann der Mechanismus versagen. Dies birgt das Risiko, dass Insassen eingeschlossen werden, insbesondere bei Bränden oder Überschlägen.
Untersuchungen nach Vorfällen mit versteckten Griffen an Xiaomi-EVs beschleunigten die Entscheidung der Regulierungsbehörden. China ist damit das erste Land, das auf dieses beliebte Designelement verzichtet und stattdessen garantierten mechanischen Zugang vorschreibt.
Laut China Daily sind versteckte Griffe bei etwa 60 Prozent der meistverkauften Elektromodelle im Land zu finden. Nun müssen Marken die Türarchitektur neu gestalten, Fahrzeuge neu zertifizieren und Produktionslinien anpassen. Diese Maßnahme betrifft nicht nur den heimischen Markt, sondern auch Exporte: Hersteller müssen Modelle anpassen, um Diskrepanzen zwischen globalen Plattformen und lokalen Versionen zu vermeiden.
Die Übergangszeit ermöglicht es großen Unternehmen, ihre Designs zu überarbeiten. In der Praxis erfordert diese Umstellung jedoch erhebliche Investitionen in technische Lösungen und die Neugestaltung von Karosserieteilen.
Chinas Entscheidung hat bereits die Aufmerksamkeit westlicher Regulierungsbehörden geweckt. In den USA untersucht die NHTSA Beschwerden von Tesla Model Y-Besitzern, die über plötzliche Griffausfälle berichteten. Auch europäische Kommissionen prüfen die Möglichkeit, solche Systeme einzuschränken.
Wenn internationale Regulierungsbehörden dem Beispiel Chinas folgen, könnten versteckte Griffe so schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht sind, und nur eine Übergangsphase im Automobildesign darstellen. Unterdessen könnten Fahrzeuge, die nicht dem neuen Gesetz entsprechen, den russischen Markt überschwemmen.