Der chinesische Autohersteller Chery plant, ab 2026 eigene Fahrzeuge in Spanien zu produzieren. Das hat Zhu Shaodong, Vizepräsident des Unternehmens und Leiter des EU-Geschäfts, am 6. Februar bestätigt. Damit verschiebt sich der Start der ersten europäischen Fabrik erneut.

Eigentlich wollte Chery die Montage in Barcelona schon 2024 aufnehmen, doch das Projekt wurde mehrfach verschoben. Der jüngste Termin im vierten Quartal 2025 ist nun ebenfalls hinfällig. Als Grund nennt das Unternehmen kommerzielle Faktoren, darunter die EU-Zölle auf in China gefertigte Elektroautos. Zhu Shaodong betonte, die Vorbereitungen am Standort laufen weiter. Man hoffe, die Produktion noch im Laufe des Jahres 2026 aufnehmen zu können, ohne ein konkretes Quartal zu nennen.

Die Produktionsstätte befindet sich in der ehemaligen Nissan-Fabrik in Barcelona und wird als Joint Venture mit dem spanischen Hersteller Ebro betrieben. Ebro, dessen Verkäufe 1987 eingestellt wurden, wurde 2024 wiederbelebt und fertigt bereits Fahrzeuge auf einer gemeinsamen Plattform mit Chery-Technologie. Für die spanischen Behörden ist die Investition ein Beleg für das Potenzial des Landes, das nach wie vor der zweitgrößte Automobilhersteller Europas nach Stückzahl ist.

Chery hatte zuvor mitgeteilt, dass in Barcelona der Crossover Omoda 5 in Elektro- und Verbrenner-Versionen vom Band laufen soll, später gefolgt vom Jaecoo 7. Langfristig soll das Werk nicht nur den europäischen Markt bedienen, sondern auch Exporte nach Lateinamerika abwickeln.

Das Joint Venture Chery-Ebro strebt bis 2029 eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 150.000 Fahrzeugen an. Damit würde sich der spanische Standort zu einem der wichtigsten Export-Hubs des chinesischen Konzerns entwickeln.