General Motors durchläuft einen umfassenden Umbau seines nordamerikanischen Produktionsnetzwerks. Das Unternehmen investiert Hunderte Millionen Dollar in die Modernisierung seiner Werke und prüft gleichzeitig, welche Modelle und Stückzahlen für eine lokale Produktion sinnvoll sind. Vor dem Hintergrund sich wandelnder Nachfrage und angepasster Modellpaletten ist die Lage in den Montagewerken äußerst ungleichmäßig.

Das GM-Werk in Arlington, Texas, arbeitet weiterhin nahezu an der Kapazitätsgrenze. Die jährliche Produktion liegt bei rund 400.000 Fahrzeugen und konzentriert sich auf die profitabelsten Modelle des Herstellers – volle SUV. Die Belastung dieser Anlage ist sogar ein Hauptgrund dafür, dass die Produktion des Cadillac Escalade in den kommenden Jahren ins Orion-Werk verlagert wird. Dieser Schritt soll Kapazitäten freisetzen, um die Ausstoßmengen des Chevrolet Tahoe, Suburban und GMC Yukon zu erhöhen, die nach wie vor stark nachgefragt werden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich an anderen wichtigen Standorten. Das Fort-Wayne-Werk, das den Chevrolet Silverado 1500 und GMC Sierra 1500 baut, läuft ebenfalls auf Hochtouren. Sobald die Pick-up-Produktion in Orion anläuft, dürfte die Belastung in Fort Wayne etwas nachlassen, doch kurzfristig ist das Werk komplett ausgelastet.

Das Werk Lansing Delta Township arbeitet ebenfalls ohne nennenswerte Kapazitätsreserven. Zusätzliche Volumina kamen hier durch die Verlagerung der Produktion des GMC Acadia hinzu, was dem Standort ermöglichte, sein Potenzial voll auszuschöpfen.

Insgesamt spiegelt der aktuelle Zustand der GM-Werke eine strategische Neuausrichtung wider: Priorität haben hochprofitable Modelle mit stabiler Nachfrage, während weniger populäre Segmente und Elektrofahrzeuge auf andere Werke verteilt oder sogar aus der lokalen Produktion genommen werden. Diese Ungleichheit, so Analysten, dürfte mindestens bis zum Ende des Jahrzehnts bestehen bleiben.

Praktisch bedeutet dies, dass General Motors die Ära gleichmäßig ausgelasteter Werke für beendet erklärt. Das Unternehmen setzt auf seine profitabelsten Modelle und verteilt die Produktion flexibel neu – selbst wenn das an einigen Standorten zu Leerlauf führt. Dieser Ansatz steigert kurzfristig die Effizienz, macht die GM-Strategie aber auch anfälliger für plötzliche Nachfrageschwankungen.