Volvo treibt seine vollelektrische Strategie voran und präsentiert die neue SPA3-Plattform – eine softwaredefinierte Architektur, die ausschließlich für Elektrofahrzeuge entwickelt wurde. Das erste Modell, das sie nutzt, ist der EX60-Crossover, der 2 cm niedriger ist als der vergleichbare XC60 mit Verbrennungsmotor.

Der entscheidende Unterschied zwischen SPA3 und der vorherigen SPA2-Plattform liegt darin, dass die neue Architektur kein Erbe von Benzinmodellen trägt. Während SPA2 teilweise auf einer Architektur für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor basierte, wurde SPA3 von Grund auf als Elektroplattform konzipiert. Das ermöglichte es den Ingenieuren, die Platzierung von Batterie und Antriebskomponenten völlig neu zu überdenken.

Dank des neuen Layouts muss die Batterie nicht mehr nur zwischen den Achsen sitzen. Einige Module können näher an der Front des Fahrzeugs positioniert werden, was die Gewichtsverteilung optimiert und mehr Beinfreiheit für Passagiere auf der zweiten Sitzreihe schafft.

Laut Volvos Technikdirektor Anders Bell bestimmt die Gestaltung des Heckbereichs maßgeblich die Fahrzeughöhe, und SPA3 beseitigt unnötige strukturelle Einschränkungen. Dadurch wird Volvo in der Lage sein, niedrigere, aerodynamischere Elektrofahrzeuge zu produzieren – einschließlich klassischer Limousinen und Kombis, die traditionell wichtig für die Modellpalette der Marke sind. Das ist besonders relevant, da Volvos aktuelles Elektroangebot hauptsächlich aus SUVs und Crossovers besteht, wie dem EX30, EX40, EX60, EX90 und ES90.

Die neue Architektur zielt auch darauf ab, den Energieverbrauch und die Produktionskosten zu reduzieren. Volvo erwartet, dass SPA3 die Grundlage für die nächste Modellgeneration bildet, die elegantes Design, verbesserte Aerodynamik und das gewohnte Komfortniveau vereint.

SPA3 könnte für Volvo das werden, was MEB für Volkswagen war: ein Eckpfeiler für eine breite Elektroflotte. Wenn die Marke auf Basis der neuen Architektur tatsächlich vollwertige Limousinen und Kombis zurückbringt, wäre das ein bedeutender Schritt zur Diversifizierung eines Marktes, der derzeit von SUVs dominiert wird.