Plug-in-Hybride bleiben bis 2035 im Vereinigten Königreich im Verkauf, doch ihr Ruf als besonders sparsame Fahrzeuge wird zunehmend hinterfragt. Neue Daten des Fraunhofer-Instituts aus Deutschland zeigen, dass der reale Kraftstoffverbrauch von zwischen 2021 und 2023 produzierten PHEVs deutlich von den offiziellen Zertifizierungswerten abweicht.

Die Hersteller hatten angegeben, dass diese Hybride durch starke Nutzung des Elektromodus nur 1–2 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen würden. Eine Studie, die auf der Überwachung von Fahrprofilen und Antriebsstrangbetrieb basiert, zeigt jedoch einen durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von etwa 6 Litern pro 100 Kilometer – dreimal höher als versprochen. Diese Lücke entsteht, weil der Verbrennungsmotor viel häufiger aktiviert wird, als die WLTP-Testmethodik annimmt.

Selbst im Elektromodus verbrauchen PHEVs mehr Kraftstoff als erwartet: Das System startet den Motor oft, um die Temperatur zu halten, die Batterie nachzuladen oder zusätzliche Leistung bereitzustellen. In der Praxis können Plug-in-Hybride daher weniger effizient sein, als die Automobilhersteller werben.

Die schlechtesten Modelle in den Tests verbrauchten 7 Liter mehr pro 100 Kilometer als die besten in dieser Fahrzeugklasse. Die Hersteller verweisen auf die Genauigkeit der offiziellen Messungen und den Einfluss von Faktoren wie Fahrstil, Straßenbedingungen und Klima.

Trotz der Kritik wächst der PHEV-Markt im Vereinigten Königreich: Im Januar wurden 18.557 Fahrzeuge neu zugelassen – ein Anstieg von 47,3 % im Vergleich zum Vorjahr. Für viele Fahrer dienen Hybride als Übergangslösung, bevor sie auf vollelektrische Fahrzeuge umsteigen. Die Forschungsdaten zwingen jedoch zu einer Neubewertung der Erwartungen an diese Fahrzeugklasse.