Leapmotor rüstet sich für einen weiteren Vorstoß auf dem europäischen Markt. Nach B05 und B10 will die chinesische Marke den B03 einführen – einen Elektro-Hatchback im B-Segment, der es mit Renault 5, Citroën ë-C3, FIAT Grande Panda, CUPRA Raval und VW ID. Polo aufnehmen soll.

Die große Unbekannte ist der Preis. Wie Leapmotor mit dem B05 bereits in Spanien gestartet ist, gibt Hinweise. Das 4,43 Meter lange Modell startet bei 26.264 Euro vor Förderung, leistet 218 PS und erreicht 401 bis 482 km WLTP-Reichweite. Da erscheint ein angepeilter Basispreis von etwa 20.000 Euro vor Förderung für den B03 durchaus realistisch. Falls das zutrifft, wäre der Renault 5 nicht nur mit einem weiteren Rivalen konfrontiert, sondern mit einem, der preislich äußerst aggressiv auftritt.

Produziert wird der B03 im spanischen Stellantis-Werk Figueruelas nahe Saragossa. Er zählt zu vier Elektromodellen, die Leapmotor dort bauen möchte. Den Anfang macht der kompakte B10 SUV, dessen Montage noch Ende dieses Jahres anlaufen soll. B05, B03 und B03X folgen später. In China firmieren diese Modelle unter den Bezeichnungen A05 und A10.

Der B03 misst 4,20 Meter in der Länge, 1,80 Meter in der Breite und 1,56 Meter in der Höhe; der Radstand beträgt 2,61 Meter. Diese Abmessungen positionieren ihn an der oberen Grenze des B-Segments. Für Käufer bedeutet das ein üppigeres Raumangebot, als es sonst bei elektrischen Stadtwagen üblich ist.

Den Antrieb übernehmen wahlweise 95 oder 122 PS starke E-Motoren. Zur Wahl stehen zwei Batteriegrößen. In China geben die CLTC-Werte 405 und 510 Kilometer an; umgerechnet auf den WLTP-Zyklus sind das rund 300 und 400 Kilometer. Das sind keine Spitzenwerte, für den Stadtverkehr reichen sie jedoch allemal – vor allem, wenn der Preis tatsächlich um die 20.000 Euro liegen sollte.

Das Debüt in China ist für Mai vorgesehen, die Auslieferungen starten dort im Juni. In Europa wird das Modell voraussichtlich 2027 auf den Markt kommen. Bis dahin dürften auch der Geely E2 und der MG2 EV verfügbar sein, bei denen ebenfalls eine Montage in Spanien erwartet wird. Die Chinesen dringen damit in jenes Segment vor, in dem sich europäische Hersteller lange Zeit sicher fühlten: das der volumenstarken Kompaktwagen. Nun geht es nicht mehr darum, wer das spektakulärste Konzeptauto zeigt, sondern wer eine alltagstaugliche Reichweite zu einem kundenfreundlichen Preis realisieren kann.