Elektroauto kaufen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden
Beim E-Auto-Kauf zählt nicht nur die WLTP-Reichweite. Erfahren Sie, wie Sie mit richtiger Ladeplanung, Batteriepflege und Fahrstil mehr aus Ihrem Elektroauto herausholen.
Der Kauf eines Elektroautos wirkt simpel – bis zur ersten längeren Fahrt. Der größte Anfängerfehler: Man starrt nur auf die glitzernde Reichweitenzahl in der Werbung und ignoriert, wie das Auto im Alltag geladen wird.
Verspricht ein Hersteller 400 Kilometer nach WLTP, ist das auf der Autobahn im Winter oder bei hohem Tempo illusorisch. Die tatsächliche Reichweite kann 35 bis 40 Prozent darunter liegen. Aus den angegebenen 400 Kilometern werden dann schnell nur noch rund 250 Kilometer, bevor die nächste Ladestation her muss.
Laut den Fachleuten von SPEEDME sollte man am Akku als Letztem sparen. Eine kleinere Kapazität senkt zwar den Kaufpreis, nervt aber, wenn man oft außerorts fährt oder Reisen plant. Nicht selten bringt ein Upgrade des Batteriepakets im Alltag mehr Vorteile als edle Polster oder auffällige Felgen.
Dann die Ausstattung: Sitzheizung, beheiztes Lenkrad, Wärmepumpe und eine Navigation, die Ladestopps einplant – das sind keine bloßen Gimmicks. Im Winter senken solche Features den Stromverbrauch und nehmen bei der Reiseplanung viel Stress.
Beim Schnellladen kommt es auf die Details an. Hohe Spitzenleistungen wie 150 kW sind nicht alles – viel wichtiger sind die Ladezeit von 20 auf 80 Prozent und der Verlauf der Ladekurve. Hält das Auto die Spitzenleistung nur für ein paar Minuten, täuscht die Angabe. An einer Schnellladesäule auf 100 Prozent zu laden, lohnt selten, denn die letzten Prozent dauern ewig. Klüger ist es, häufiger und kürzer zu stoppen.
Die dritte Frage: Wo wird geladen? Eine Garage, ein Parkplatz mit Steckdose oder eine Wallbox zu Hause machen das Leben mit dem E-Auto ungleich einfacher. Dann lassen sich günstige Nachttarife nutzen, und jeden Morgen startet man mit vollem Akku. Zwar kann man ein E-Auto auch ohne heimische Lademöglichkeit betreiben, doch dann sind Apps, Schlangen, schwankende Preise und die Suche nach freien Schnellladern an der Tagesordnung.
Vor dem Akku muss man keine Angst haben, aber pflegen sollte man ihn schon. Im Alltag den Ladestand zwischen 20 und 80 Prozent halten, das Auto nicht über längere Zeit komplett leer stehen lassen und Schnellladen nur, wenn es nötig ist. Moderne E-Autos haben ein ausgeklügeltes Batteriemanagement – die Physik lässt sich aber nicht überlisten.
Und dann der Fahrstil: Heftige Beschleunigungen, hohes Tempo und dauerndes Bleifußfahren lassen die Reichweite schneller schmelzen, als viele erwarten. Ein Elektroauto belohnt gleichmäßiges, vorausschauendes Fahren und eine durchdachte Routenplanung.
Ein Elektroauto zu fahren erfordert keine Heldentaten, sondern ehrliche Antworten auf drei Fragen: Wo lade ich? Wie weit komme ich auf der Autobahn wirklich? Bin ich bereit, längere Touren durchzuplanen? Wer das vor dem Kauf klärt, bekommt ein praktisches Alltagsfahrzeug – kein teures Experiment.