BMW tut seit Jahren so, als gäbe es Pickups schlichtweg nicht — und jetzt geistert ein neuer Render durchs Netz, von dem man kaum den Blick lassen kann. Das Konzept BMW X10 Pickup zeigt, wie ein Flaggschiff-Truck aus München aussehen könnte: groß, teuer, mit SUV-Proportionen und einem Charakter, der nicht für den Matsch gemacht ist, sondern für den Status.
Die Idee drängt sich geradezu auf. In den USA ist der Pickup längst kein Arbeitstier mehr, sondern ein Premiumprodukt. BMW hätte alles für so einen Schritt: große SUVs, den Allradantrieb xDrive, kräftige Reihensechszylinder, V8-Motoren und Hybridsysteme. Aus diesem Arsenal ließe sich ein ernstzunehmender Gegner für die Topversionen von GMC Sierra und Ram 1500 zusammenbauen, der sich auch ans Statusrevier des Cadillac Escalade IQ herantraut — oder das schafft, woran Mercedes-Benz mit dem X-Class gescheitert ist.
Doch die Realität ist kälter als jeder schöne Render. BMW hat den X10 Pickup nie als Serienmodell bestätigt, und die Führungsetage wiederholt seit Jahren dieselbe Linie: ein Pickup liege außerhalb der Marken-DNA. Die Logik ist klar. Eine zu nutzfahrzeuglastige Karosserie würde das Premium-Image verwässern. Ein zu teurer Lifestyle-Pickup droht selbst nach amerikanischen Maßstäben zur Nischen-Spielerei zu werden.
Und doch sagt allein das Interesse an solchen Konzepten viel aus. Käufer haben sich längst daran gewöhnt: Luxus darf hoch, schwer und praktisch sein. Wenn Rolls-Royce den Cullinan verkauft und Mercedes den Maybach GLS baut, wirkt die Idee eines BMW-Pickups schon längst nicht mehr absurd.
Vorerst bleibt der X10 Pickup eine Fantasie, kein Produkt. Doch es ist einer dieser seltenen Fälle, in denen ein inoffizielles Konzept lauter spricht als so manche echte Premiere: Er zeigt genau auf die Lücke im Programm, die BMW beharrlich übersieht.