Jeep hat den Online-Konfigurator für den Recon 2026 geöffnet — und sich damit gleich selbst den Spaß verdorben. Das elektrische Offroad-SUV startet bei 68.990 Dollar inklusive Lieferung. Teuer. Und ab hier wird es noch interessanter.
Jeep macht von Anfang an klar: das ist eine Nischengeschichte. Für das Modelljahr 2026 gibt es nur die Version Moab Trail Rated, keine weiteren Ausstattungslinien, und die Optionsliste ist überschaubar. Acht Karosseriefarben stehen zur Wahl: Weiß, Blau und Rot ohne Aufpreis, Grün ‘41, Grau, Schwarz und Silber für 595 Dollar, Orange Joose — für 995. Ein schwarzes Dach kostet zusätzlich 995 Dollar.
Serienmäßig sind 18-Zoll-Räder mit Allrounder-Reifen montiert. Für ein „militärischeres“ Felgendesign verlangt Jeep 500 Dollar extra. Abnehmbare Türen erfordern zusätzliche Spiegel für 695 Dollar, Mopar-Rock-Rails kosten 1.995, eine Schutzfolie — weitere 595. Im Innenraum stehen zwei Farbschemata zur Wahl: Global Black und das hellere Joshua Tree in Hellbraun. Das Comfort-Paket für 1.995 Dollar bringt belüftete Vordersitze, beheizte Rücksitze, eine Innenraumkamera und einen automatisch abblendenden Spiegel. Das Schiebedach Sky One-Touch Power Top schlägt mit demselben Betrag zu Buche.
Wer nahezu jede Option ankreuzt und die teuerste Lackierung wählt, landet beim Recon bei knapp 77.000 Dollar — ohne mögliche Händleraufschläge. Und genau hier beginnt das Hauptproblem. Die EPA-Reichweite beträgt gerade einmal 222 Meilen. Also rund 357 Kilometer. Für ein Image-Offroad-SUV ist das gerade noch akzeptabel. Für ein Elektroauto in der 77.000-Dollar-Klasse — eine Ohrfeige.
Jeep versucht, einen elektrischen Erben des Wrangler aufzubauen: offene Karosserie, abnehmbare Elemente, Offroad-Image, Moab im Namen. Hoch gezielt — auf dem Papier gelandet. Denn der Markt ist längst weiter. Der GMC Hummer EV ist teurer und absurder, aber er wird als Show-Car gekauft, nicht als Auto. Der Rivian R2 wird günstiger, praktischer und in der E-Logik moderner. Und der Benzin-Wrangler bleibt für jeden leichter zu erklären, der weite Strecken fährt, Anhänger zieht oder dorthin will, wo es schlicht keine Ladesäule gibt.
Das Image ist da. Die Reichweite nicht. Bleibt die Frage, wie viele Käufer bereit sind, fast 77.000 Dollar für eine Freiheit zu zahlen, die früher endet als der Tank eines Wrangler.