Niemand hat damit gerechnet, dass Jeep so tief im eigenen Archiv gräbt. Doch genau das ist passiert: Die Marke hat einen ihrer bekanntesten Namen wieder ausgepackt und ihn der neunten Sonderedition der Jubiläumsserie Twelve 4 Twelve verpasst. Der 2027 Wrangler Laredo ist da. Das ist kein kosmetisches Facelift für eine Kleinserie — es ist die Rückkehr eines Namens, der den Wrangler einst genauso stilvoll wie geländegängig gemacht hat.
Die Twelve 4 Twelve-Serie feiert den 85. Geburtstag von Jeep. Das Prinzip ist simpel: Jeden Monat, am 12., erscheint ein neuer limitierter Wrangler. Los ging es im November 2025 mit dem MOAB 392, gefolgt von Whitecap, dem 85th Anniversary Edition, Willys 392, Rockslide, Rewind, America250 und Sarge.
Jetzt ist Laredo an der Reihe. Der Name verweist auf die Stadt Laredo in Texas — den größten Binnenhafen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko — und darüber hinaus auf den Geist des amerikanischen Südwestens. In den 1980er-Jahren war Laredo weit mehr als nur eine Ausstattungslinie: eine edlere, teurere Version des CJ und des Wrangler, mit besonderer Polsterung, hochwertigeren Materialien und deutlich mehr Komfort als die Basisversionen.
Der neue Wrangler Laredo basiert auf dem Willys, bringt aber gleich mehrere wichtige Extras mit. Das Hauptmerkmal ist das serienmäßige Xtreme 35 Package. Es umfasst 35-Zoll-Reifen von BFGoodrich KO2, bronzefarbene Felgen mit Beadlock-Option und ein Fahrwerks-Lift um 1 Zoll — also rund 25 mm. Das ist kein reiner Show-Effekt fürs Foto: Diese Reifen und die zusätzliche Bodenfreiheit erweitern die Geländetauglichkeit tatsächlich spürbar.
Ein weiteres Detail zielt direkt auf die Nostalgie: das sandfarbene Softtop. Genau dieser Farbton zierte einst den ursprünglichen Laredo. Käufer können dennoch zwischen weiteren Dachvarianten wählen — das Sky One-touch-Powertop für die viertürige Version oder ein schwarzes Hardtop für Zwei- und Viertürer. Auch außen gibt es eigene Grafiken und Akzente: ein Kühlergrill im Farbton Gobi, bronzefarbene Abschleppheken sowie bronzefarbene Jeep- und Trail-Rated-Embleme.
Auf der Motorhaube sitzen eigene Laredo-Aufkleber, am Heck ein 4WD-Aufkleber im Lasso-Stil. Das Texas-Thema wird hier klar gezeigt, kippt aber nie ins Karikaturhafte. Auch der Innenraum bekommt einen eigenen Charakter. Der Hauptakzent liegt auf Sitzen aus Nappaleder in Bison Brown, die Nähte in Mayan Gold gehalten, während Armaturenbrett-Umrandung, Haltegriff, Türarmlehnen und Mittelkonsole in Global Black ausgeführt sind.
Jeep bezeichnet dieses Interieur als eines der ausdrucksstärksten und detailreichsten, die es je in einem Wrangler verbaut hat. Auch für Sammler gibt es einiges zu entdecken. Laredo-Embleme finden sich im gesamten Innenraum, eine Plakette an der Hecktür zeigt die Koordinaten der Stadt Laredo, Texas, und die Mittelkonsole trägt ein Abzeichen, das den Wagen direkt mit seiner namensgebenden Stadt verbindet. Selbst auf der Klimabedienblende findet sich ein dezentes Cowboyhut-Motiv.
Technisch gibt es keine Überraschungen — die Antriebspalette bleibt unverändert. Der Wrangler Laredo kommt jedoch serienmäßig mit Anhängerkupplung und kann bis zu 3.500 Pfund ziehen — umgerechnet rund 1.587 kg. Erhältlich ist er sowohl als Zwei- als auch als Viertürer.
Die Bestellung des 2027 Jeep Wrangler Laredo startet später im Juli. Der Preis liegt 1.995 US-Dollar über einem Wrangler Willys mit Xtreme 35 Tire Package. Die genaue Summe hängt von Karosserieform, Motor, Getriebe und Zusatzausstattung ab: Der zweitürige Willys startet bei 43.755 US-Dollar, der Viertürer bei 45.635 US-Dollar.
Der Wrangler Laredo will weder dem Rubicon den Rang ablaufen noch der extremste Jeep im Programm sein. Er spielt ein ganz anderes Spiel: ein Schuss Nostalgie, deutlich mehr Stil, eine wirklich geländetaugliche Basis — und ein Innenraum, in dem der Wrangler endlich nicht mehr nur wie ein Werkzeug für Schlamm und Steine wirkt.