BMW neckt die Kombi-Fans erneut, und diesmal klingt es nach mehr als nur einer Neckerei

BMW neckt die Kombi-Fans erneut, und diesmal klingt es nach mehr als nur einer Neckerei
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

BMW denkt wieder über den 3er Touring für die USA nach – der überraschende Erfolg des M5 Touring könnte den Ausschlag geben.

BMW neckt seine Fans erneut. Die Marke hat die Diskussion über eine Rückkehr des 3er Touring nach Nordamerika wiederbelebt – und diesmal klingt es etwas ernster als die übliche Abwiegelung. Eine offizielle Entscheidung gibt es noch nicht, aber im Zentrum steht die kommende Generation G51: Der klassische 3er-Kombi verschwand vor langer Zeit vom US-Markt, doch der Erfolg des M5 Touring hat das Unternehmen gezwungen, die eigene Logik zu überdenken.

Die Karosserieform Touring nimmt in der BMW-Geschichte einen besonderen Platz ein. Sie entstand nicht aus einer Marketingüberlegung, sondern aus der persönlichen Idee eines Ingenieurs – Max Reisböck brauchte schlicht ein praktisches Familienauto. In den USA kamen solche BMWs erst mit der Generation E46 an, gefolgt vom E91 und F31. Der aktuelle G21 hat es jedoch nie nach Nordamerika geschafft.

Jetzt ist die Lage etwas weniger eindeutig. BMW North America räumt ein, dass das Interesse an Kombis nicht verschwunden ist, und beobachtet die Nachfrage genau, auch die Petitionen rund um den M3 Touring. Doch es gibt einen Vorbehalt: Solche Karosserieformen werden nur dort in Betracht gezogen, wo es für die USA sinnvoll ist, und vorerst ist man mit dem zufrieden, was der M5 Touring bereits liefert. Mit anderen Worten: Die Enthusiasten sind laut in den Foren, aber entscheidet der Geschäftsplan, nicht der Lärm.

Das realistischste Szenario schließt einen günstigen 318 Touring oder 320 Touring aus. Wenn BMW zurückkommt, dann teuer. Der M5 Touring wird in den USA bereits ab 125.300 Dollar verkauft und leistet 717 PS aus seinem Hybridantrieb. Eine normale M3 Limousine startet 2026 bei 80.650 Dollar. Dazwischen bleibt eine klare Lücke – genau dort könnte ein M3 Touring oder M350 Touring gut hineinpassen, für Käufer, die eine seltene Karosserieform mit Charakter wollen und nicht nur Ladevolumen.

Für BMW bleibt es ein Risiko. Kombis sind in den USA weiterhin eine Nische, während Crossover wie X3 und X5 mehr Geld einbringen und keiner Erklärung gegenüber den Käufern bedürfen. Doch Touring-Modelle bieten etwas, das SUVs schlicht fehlt – einen niedrigen Schwerpunkt, einen ehrlichen Kofferraum, fahrerorientierten Charakter und den Status eines Autos „für Eingeweihte". Genau deshalb könnte eine M-Version des Kombis dort erfolgreich sein, wo eine gewöhnliche Familienversion scheitern würde.

BMW hat noch nicht Ja gesagt. Doch allein die Tatsache, dass der Touring in Amerika wieder diskutiert wird, zeigt etwas Wichtiges: Manchmal überlebt eine Nischen-Karosserieform nicht wegen der Verkaufszahlen, sondern wegen der Hartnäckigkeit eines Publikums, das nicht riesig ist – nur sehr laut.

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