Der deutsche Stern verbirgt ein chinesisches Herz

Der deutsche Stern verbirgt ein chinesisches Herz
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Pavel Pavlov
Autor: Pavel Pavlov

Der Turbomotor M252 im Hybrid-CLA trägt den Stern, läuft aber vom Band in China — gebaut mit Aurobay, das zu Geely gehört.

Unter der Haube der neuesten deutschen Ikone steckt eine chinesische Fabrik. Mercedes-Benz verbaut in den Hybridversionen des neuen CLA jetzt einen Benzinmotor namens M252, der tatsächlich in China gefertigt wird. Es handelt sich um einen 1,5-Liter-Turbo-Vierzylinder im Verbund mit einem 48-Volt-System. Der Hersteller selbst nennt das Aggregat eine Neuentwicklung für die Modellfamilie auf der MMA-Plattform.

Und genau hier wird es spannend — wo dieser Motor eigentlich herkommt. Architektur, konstruktive Anforderungen und Abstimmung des Motors legte Mercedes-Benz fest, doch die industrielle Fertigung läuft in China, mit Aurobay, einem Unternehmen aus dem Motorengeschäft von Geely. Ist das also einfach ein „Geely-Motor“? Nein. Den M252 so zu nennen, wäre falsch: Es ist ein Mercedes-Aggregat, gefertigt von einem externen Partner nach den von der deutschen Firma vorgegebenen Standards. Eine feine Unterscheidung, aber eine entscheidende.

Der M252 arbeitet nach dem Miller-Verfahren und ist mit einem in das Getriebe integrierten Elektromotor kombiniert. Je nach Version liefert der Verbrennungsmotor unterschiedliche Leistung, während der elektrische Teil beim Beschleunigen unterstützt und den Verbrauch senkt. Mercedes betont, dass der neue Hybridmotor als kompaktes, effizientes Aggregat für die Modelle der nächsten Generation entwickelt wurde.

Chinesische Fertigung ist kein Todesurteil für die Qualität, was auch immer die Kommentarspalten behaupten. Zuverlässigkeit hängt von Konstruktion, Zulieferern, Toleranzen, Fertigungskontrolle und dem Fahrverhalten ab — nicht vom Stempel auf dem Werksboden. Chinesische Werke sind seit Langem Teil des globalen Produktionsnetzwerks von Mercedes: Das Gemeinschaftsunternehmen der Marke in Peking baut bereits seit 2013 Autos und Motoren.

Der Haken dabei: Die Langzeithaltbarkeit des M252 lässt sich derzeit schlicht nicht beurteilen. Der Motor ist brandneu, Massendaten zu hohen Laufleistungen fehlen noch. Für Käufer zählt aktuell weniger das Land der Montage als Garantiebedingungen, Wartungskosten und wie sich das Aggregat nach einigen Jahren im Alltag schlägt. Das wird erst die Zeit zeigen.

Zuvor wurde berichtet, dass Mercedes-Benz 30 Jahre Actros-Geschichte auf dem Nürburgring versammelt hat.

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