Liberty Walk verzichtet auf breite Backen, und dieser Civic Type R stiehlt trotzdem die Show

Liberty Walk verzichtet auf breite Backen, und dieser Civic Type R stiehlt trotzdem die Show
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Liberty Walk steht sonst für breite Kotflügel und auffällige Widebody-Kits. Diesmal ging der Tuner den anderen Weg — und der Civic Type R wirkt dadurch nur noch aggressiver.

Zurückhaltung war von Liberty Walk nicht zu erwarten — und genau die gibt es hier. Der aktuelle Honda Civic Type R wirkt bereits ohne Tuning wie ein Messeauto: ein riesiger Heckflügel, drei mittig platzierte Endrohre, aggressive Stößfangen und die Haltung eines echten Hot Hatch. Doch der Tuner wollte noch mehr JDM-Charakter — und zwar auf eine Art, mit der kaum jemand gerechnet hätte.

Normalerweise steht Liberty Walk für extrem breite Widebody-Kits, aufgeschraubte Kotflügel und eine Optik, die man mit nichts anderem verwechseln kann. Hier ist der Ansatz sanfter. Dieser Civic Type R hat kein extremes Widebody-Paket, und ohne die Markenaufkleber würde man auf den ersten Blick gar nicht erkennen, dass Liberty Walk dahintersteckt.

Die Änderungen konzentrieren sich auf Details. Vorne gibt es einen scharfen unteren Splitter sowie zusätzliche Aero-Elemente an den Stoßstangenkanten. An den Seiten wurden Schwellerverbreiterungen montiert, hinten wurde der untere Stoßstangenbereich überarbeitet. Der große Werksflügel bleibt an Ort und Stelle, ebenso das Konzept der mittigen Drei-Rohr-Anlage — die Endrohre selbst sind allerdings neu.

Honda Civic Type R
© libertywalkkato

Die deutlichste optische Änderung ist die Tieferlegung. Der Civic Type R sitzt merklich niedriger, und dem Bild nach zu urteilen könnte es sich um eine verstellbare Luftfederung handeln. Das Auto klebt förmlich auf dem Asphalt — und wirkt selbst ohne verbreiterte Kotflügel deutlich mehr nach Show Car als nach Alltags-Hot-Hatch. Auch die Räder tragen zum Look bei. Fünfspeichenfelgen im JDM-Stil sind mit Advan-Reifen bezogen und geben den Blick auf rote Bremssättel frei. Weißer Lack, glanzschwarze Elemente und rote Akzente ergeben den klassischen Kontrast, den man von sportlichen Hondas kennt.

Im Innenraum sind auf den Fotos rote Vordersitze zu erkennen, der Rest der Ausstattung dürfte Schwarz und Rot kombinieren. Zu einer Leistungssteigerung äußert sich der Tuner nicht. Das passt ins Bild: Liberty Walk verändert meist Optik und Fahrwerk, statt solche Projekte in Motor-Monster zu verwandeln.

Honda Civic Type R
© libertywalkkato

Der Serien-Civic Type R nutzt einen 2,0-Liter-Turbovierzylinder mit 319 PS und 420 Nm Drehmoment. Für einen frontgetriebenen Hot Hatch ist das mehr als genug — besonders wenn der Besitzer Wert auf Zuverlässigkeit und Beherrschbarkeit legt.

Interessant an diesem Civic Type R ist gerade das, was fehlt. Liberty Walk hat den ursprünglichen Charakter des Autos nicht gebrochen. Es wurde kein karikaturhaft breites Show Car daraus — verstärkt wurde nur, was ohnehin schon da war: die niedrige Sitzposition, die scharfen Linien, der böse japanische Charakter. Manchmal funktioniert Tuning am besten, wenn es der Werksidee nicht widerspricht, sondern sie einfach lauter macht.

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