Dieses SUV-Detail wollte niemand verlieren, und trotzdem verschwindet es

Dieses SUV-Detail wollte niemand verlieren, und trotzdem verschwindet es
B. Naumkin
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Ford, Lincoln, Range Rover und Rolls-Royce bauen noch SUVs mit geteilter Heckklappe, doch der BMW X5 hat das Feature gerade gestrichen — und bleibt vermutlich nicht der Einzige.

Vor fünf Jahren war die geteilte Heckklappe bei SUVs fast schon Standard. Heute ist sie eine aussterbende Art. Volvo XC90, Land Rover Discovery, Toyota Land Cruiser, Lexus LX und BMW X5 haben das Konzept nacheinander zugunsten einer gewöhnlichen einteiligen fünften Tür aufgegeben.

Dabei war die Idee wirklich clever: Die obere Hälfte klappt nach oben, die untere fällt herunter wie die Ladeklappe eines Pick-ups. Auf engem Parkraum ein echter Vorteil. Nichts fällt heraus, wenn nur die obere Hälfte geöffnet wird. Beim Picknick wird die untere Klappe im Handumdrehen zur Sitzbank. Bei einem großen SUV war das nie nur Dekoration, sondern ein echtes Nutzwerkzeug. Trotzdem verabschieden sich Hersteller reihenweise davon.

In den USA sind nur noch fünf solcher Modelle übrig. Und das günstigste ist keineswegs ein Premiumfahrzeug, sondern der ganz normale Ford Expedition ab 63.600 Dollar. Der verlängerte Expedition Max startet bei 66.600 Dollar. Ford macht aus dem Motiv kein Geheimnis: die gewohnte SUV-Klappe mit der Ladepraktikabilität einer Pick-up-Heckklappe zu verbinden.

Danach folgt der BMW X7 ab 87.500 Dollar. Und hier wird es interessant: Nachdem der neue X5 die geteilte Tür verloren hat, ist der X7 der einzige BMW mit diesem Konzept. Für wie lange, ist fraglich — die Marke vereinfacht ihre Karosseriekonstruktionen bereits an anderer Stelle, etwa durch den Verzicht auf das versenkbare Heckfenster beim 5er Touring.

Rolls-Royce Cullinan
© B. Naumkin

Der Lincoln Navigator startet bei 89.995 Dollar und nutzt dieselbe Idee unter eigenem Namen, Splitgate. Der Range Rover ist noch teurer, ab 113.300 Dollar – doch bei ihm ist das keine Option, sondern ein Stück DNA: Der erste Range Rover erhielt diese Klappe bereits 1970 und hat sie seither über ein halbes Jahrhundert lang nicht mehr hergegeben. Beim Rolls-Royce Cullinan liegt der Preis jenseits von 400.000 Dollar, und dort arbeitet die untere Klappe mit den ausfahrbaren Sitzen der Viewing Suite zusammen. Zwischen Praktikabilität und Inszenierung liegt eben doch ein Unterschied.

Warum verschwindet das Feature? Die Antwort ist nüchtern: Kosten und Komplexität. Zusätzliche Scharniere, Verriegelungen, Antriebe, Verstärkungen, Sensoren, Kalibrierungen – die Konstruktion verdoppelt sich buchstäblich. Für ein Massen-SUV bedeutet das unnötige Ausgaben. Für ein Premiummodell dagegen einen Grund, das Detail als Exklusivität zu verkaufen.

Wer sein SUV tatsächlich beladen, verschmutzte Schuhe verstauen oder als Sitzbank nutzen will, würde diese Funktion nicht wegen des Effekts schätzen, sondern wegen ihres Nutzens. Doch je teurer die Konstruktion wird, desto schneller wandert sie aus dem Alltags-SUV in die Nische der großen und teuren Fahrzeuge ab. Es dauert wohl nicht mehr lange, bis die geteilte Heckklappe ein Privileg jener wird, die sich eine Sitzbank mit Sonnenuntergangsblick leisten können.

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