Renaults nächster Scenic tauscht NMC gegen einen günstigeren, robusteren LFP-Akku

Renaults nächster Scenic tauscht NMC gegen einen günstigeren, robusteren LFP-Akku
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Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Erlkönig-Fotos zeigen den neuen Innenraum und die LFP-Batterie des 2027 Renault Scenic E-Tech vor der Pariser Premiere.

Renault wurde auf frischer Tat ertappt: Ein Testprototyp des überarbeiteten Scenic E-Tech für das Modelljahr 2027 tappte Erlkönig-Fotografen ins Netz – und diesmal gab es sogar einen Blick ins Cockpit. Die Einsatz ist hoch: Der Scenic muss zum kürzlich überarbeiteten Megane aufschließen und sich in einem der umkämpftesten Segmente der Elektro-SUV behaupten, in dem die Konkurrenz niemals schläft.

Eine Revolution im Innenraum bleibt aus. Doch die Architektur wird spürbar moderner. Erwartet wird die Kombination aus einem 12,3-Zoll-Digitaltacho und einem 12-Zoll-Zentraldisplay mit dem openR-Multimedia-System und Google-Diensten. Hinzu kommt eine neue Qi2/MagSafe-Ladestation, die für stabile Ladeleistung ohne Überhitzung sorgen soll, und das Angebot an Assistenzsystemen wächst.

Der eigentliche Paukenschlag betrifft aber den Akku. Der Scenic soll sich von NMC-Zellen verabschieden und auf eine neue, in Frankreich produzierte LFP-Batterie mit 67 kWh nutzbarer Kapazität setzen. Sie speist einen vorne verbauten Elektromotor mit 218 PS und 300 Nm Drehmoment. Die Reichweite soll über 450 km WLTP liegen, das AC-Laden erfolgt serienmäßig mit 11 kW und optional mit 22 kW, das DC-Schnellladen mit bis zu 165 kW.

Man könnte den Wechsel zu LFP für einen Rückschritt halten. Tatsächlich ist es ein kalkulierter Schritt. Diese Zellen liegen bei der Energiedichte meist hinter NMC zurück, stecken häufige Ladezyklen aber besser weg, sind günstiger in der Herstellung und weniger abhängig von teuren Rohstoffen. Für einen Familien-Crossover zählt das mehr als die Jagd nach Rekord-Reichweiten. Günstiger und entspannter im Alltag – genau das braucht der Scenic gerade jetzt.

Aktuell startet der Scenic E-Tech in Spanien bei 39.588 Euro. Und die Konkurrenz rückt näher: Der Hyundai Kona Electric beginnt bei 37.445 Euro, der BYD Atto 3 kostet 38.990 Euro, und der Kia e-Niro startet bei 41.763 Euro. Berücksichtigt man, dass der Kona bei Aktionen auf 24.985 Euro fallen kann, wird klar, warum der europäische Markt für Renault zur Zerreissprobe wird.

Die öffentliche Premiere des überarbeiteten Scenic wird für den Pariser Autosalon 2026 erwartet, Bestellungen könnten noch vor Jahresende starten, bei den Händlern soll das Modell 2027 eintreffen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Renault die Ausstattungslinien auf Techno und Esprit Alpine reduziert – genau wie beim neuen Megane.

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