25.005 Land Rover in Japan müssen in die Werkstatt, weil der Fahrer-Airbag im Crashfall möglicherweise nicht auslöst. Und jetzt kommt der seltsame Teil: Weder der Stecker noch der Airbag selbst werden getauscht. Die Techniker tragen einfach ein Korrosionsschutzmittel auf die Kontakte auf — das war's. Der Rückruf begann am 14. Juli 2026.
Die Ursache liegt im Airbag-Steckverbinder am Wickelfederkabel der Lenksäule. Vibrationen erzeugen Mikrobewegungen, Verschleiß und Reibkorrosion an den Kontakten. Der Widerstand im Stromkreis steigt unbemerkt. Und ausgerechnet im entscheidenden Moment kommt das Signal zum Auslösen des Airbags möglicherweise nicht mehr durch. In der japanischen Kampagne sind bislang weder Ausfälle noch Unfälle im Zusammenhang mit dem Defekt registriert.
Betroffen sind Fahrzeuge, die zwischen dem 21. Oktober 2019 und dem 7. April 2026 gebaut wurden — Discovery, Defender 90, 110 und 130, Defender OCTA, PHEV-Varianten sowie mehrere Range-Rover-Ausführungen. Die Hauptlast trägt der Defender: 21.360 Fahrzeuge, also 85,4 % der gesamten Kampagne. Allein eine einzige Diesel-Variante des Defender 110 bringt es auf 12.029 Exemplare — fast die Hälfte, 48,1 % der Gesamtzahl.
Und Japan steht damit nicht allein da. In den USA läuft unter der Bezeichnung D120 eine vergleichbare Kampagne, die bereits 250.857 Fahrzeuge der Modelle Defender, Discovery und Range Rover erfasst hat. Die Ingenieure von JLR fanden heraus, dass die Airbag-Warnleuchte mindestens 300 bis 400 Meilen — umgerechnet etwa 480 bis 640 km — vor einem möglichen Ausfall aufleuchtet. Es bleibt also Zeit zu reagieren. Wie die japanischen Behörden haben auch die amerikanischen Regulierer bislang keinen einzigen Fall von Nichtauslösung, Unfällen oder Verletzungen registriert.
Ein formelles Fahrverbot enthält keines der Dokumente. Doch eine leuchtende Airbag-Warnung sollte man nicht bis zur nächsten regulären Inspektion aufschieben. Besitzer von Fahrzeugen, die aus Japan oder den USA importiert wurden, sollten die Betroffenheit anhand der FIN für den ursprünglichen Markt prüfen: Die veröffentlichten Nummernbereiche können auch einzelne Fahrzeuge einschließen, die von der Kampagne tatsächlich nicht betroffen sind.
In den USA ist die Kampagne bei der NHTSA unter der Nummer 26V389 registriert, die interne Herstellernummer lautet D120. Die Benachrichtigung der Besitzer beginnt am 7. August 2026: zunächst ein Zwischenschreiben, dann ein zweiter Brief, sobald die Händler bereit sind, die Reparatur durchzuführen. Die Behebung ist in beiden Ländern identisch — das kostenlose Auftragen von Schutzfett auf die Kontakte des Airbag-Steckverbinders.