Niemand hat erwartet, dass ausgerechnet XPeng den britischen Markt für Luxus-Vans aufmischt — doch genau das passiert jetzt. Der X9 kommt offiziell nach Großbritannien. Käufer wählen zwischen drei Versionen: Standard Range, Long Range und der allradgetriebenen AWD-Variante. Die ersten Fahrzeuge werden im dritten Quartal 2026 ausgeliefert.
Die Basisversion startet bei 74.990 Pfund und schafft 332 Meilen — rund 534 km nach WLTP. Mehr gewünscht? Für 5.000 Pfund Aufpreis gibt es die Long Range, deren Reichweite auf 382 Meilen steigt, etwa 615 km. Einfache Rechnung: 80 zusätzliche Kilometer für jedes Tausend Pfund mehr.
Beide frontgetriebenen Versionen tragen einen Elektromotor mit 235 kW — 320 PS. Das eigentliche Prunkstück der Marke aber ist der allradgetriebene X9 für 84.990 Pfund: 370 kW, 503 PS, Sprint auf 100 km/h in 5,9 Sekunden. An Kraft mangelt es nicht. Doch bei der Reichweite hinkt das Topmodell überraschend hinterher: 360 Meilen, etwa 579 km — weniger als die Long Range. Ein Kompromiss gehört eben dazu.
Alle Versionen basieren auf einer 800-Volt-Architektur, und der Ladevorgang von 10 auf 80 % dauert nur 12 Minuten. Beeindruckend — allerdings mit einem Haken: Dafür braucht es eine Ladestation mit 537 bis 542 kW, und solche Säulen stehen noch längst nicht überall. Batterietemperatur, Ausgangsladestand und die Fähigkeiten der Säule selbst können die Ladepause deutlich verlängern.
Der X9 misst 5.316 mm in der Länge, der Radstand beträgt 3.160 mm. Sieben Sitze und 721 Liter Kofferraumvolumen runden das Bild eines Familien-Flaggschiffs ab — und mehr. Die britische Garantie gilt für fünf Jahre oder 75.000 Meilen, die Antriebsbatterie ist volle acht Jahre oder 100.000 Meilen abgesichert.
Und hier wird es interessant: Für lange Strecken ist nicht das AWD-Topmodell die klügste Wahl, sondern die Long Range. Für denselben Aufpreis von 5.000 Pfund liefert sie mehr Reichweite, während der Schritt zum Allradantrieb vor allem Kraft und Beschleunigung kauft — keine Kilometer.