Dieses SUV tauscht Geländeprahlerei gegen Business-Class-Sitze

Dieses SUV tauscht Geländeprahlerei gegen Business-Class-Sitze
Chery-JLR
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Zwei Zero-Gravity-Sitze, ein Kühlschrank und ein Deckenbildschirm machen aus dem Freelander 8 ein sechssitziges Familien-SUV, noch vor der Premiere.

Niemand hätte gedacht, dass beim Freelander 8 am Ende zwei einzelne „Zero-Gravity“-Sitze für Aufsehen sorgen – nicht die Geländeuntersetzung oder die Luftfederung. Genau diese Sitze verändern das Bild dieses Modells stärker als die kantige Karosserie und die Offroad-Technik. Passagiere der zweiten Reihe bekommen Sitzheizung, Belüftung, Massagefunktion und ausfahrbare Beinstützen, dazu gesellen sich ein Kühlschrank, klappbare Tischchen und ein Deckenbildschirm. Der Freelander 8 verlässt damit faktisch die Kategorie der großen SUV und wechselt ins Segment der sechssitzigen Familienautos – mit klarem Fokus auf die Fondpassagiere.

Der Innenraum folgt dem Schema 2+2+2. Der Hersteller hatte bereits ein 46,3 Zoll großes Panoramadisplay, einen 15,6-Zoll-Zentralbildschirm sowie physische Tasten mit separaten Drehreglern gezeigt. Mit 5.118 oder 5.185 mm Länge und 3.040 mm Radstand übertrifft der Freelander 8 den früheren kompakten Freelander nicht nur auf dem Papier: Der Name steht jetzt für ein vollwertiges Fahrzeug mit drei Sitzreihen. Der Unterschied liegt nicht in ein paar Zentimetern, sondern in einer völlig neuen Philosophie.

Genau hier zeigt sich die eigentliche Wende. Die ersten Berichte über das Modell drehten sich um Traktionskontrolle, Sperren, Luftfederung und die eckige Karosserie. Doch vor der Premiere rückt die Marke konsequent den Fahrkomfort in den Vordergrund – statt der Geländetauglichkeit. Kühlschrank und zwei vollwertige Sitze in der zweiten Reihe werden kommerziell mindestens so wichtig wie die versprochenen Offroad-Fähigkeiten. Ein SUV, das über Komfort verkauft wird – das allein ist schon ein ungewöhnlicher Schritt.

Den Freelander 8 als neuen Land Rover zu bezeichnen, wäre allerdings falsch. JLR hat den Namen Freelander per Lizenz an ein Gemeinschaftsunternehmen mit Chery übertragen; die neue Marke operiert getrennt von der Kernlinie von JLR und nutzt die Elektroarchitektur des chinesischen Partners. Das erste Modell soll in der zweiten Hälfte 2026 in China auf den Markt kommen, eine Expansion ins Ausland ist erst später geplant.

Preis, genaue Ausstattungslinien sowie die Verteilung von Sitzen, Kühlschrank und Bildschirmen auf die Versionen sind noch nicht bekannt. Der nächste Prüfstein wird daher nicht ein weiteres Interieur-Detail sein, sondern die Preisliste: Sie wird zeigen, ob die Business-Class-Sitze der zweiten Reihe zur Serienausstattung gehören oder ein Privileg der teuren Versionen bleiben.

Aktuelle Beiträge