Xpeng will einen Pick-up bauen, doch Volkswagen hat die einfachste Tür längst zugemacht

Xpeng will einen Pick-up bauen, doch Volkswagen hat die einfachste Tür längst zugemacht
B. Naumkin для Tarantas.News
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Entschieden ist noch nichts — weder Plattform noch Antrieb. Sicher ist nur: Der Amarok-Rahmen bleibt für die Chinesen tabu, und im Segment wartet Tesla längst mit dem Cybertruck.

„Man darf hier nicht Pick-up sagen. In Australien heißt das Ute.“ Mit diesem Satz eröffnete Brian Gu, Vizevorsitzender und Präsident von Xpeng, in Melbourne ein Gespräch über ein Fahrzeug, das die chinesische Marke noch nie gebaut hat. Über einen Pick-up.

Das Format ist China fremd — dort kauft es praktisch niemand, und Gu räumte das selbst ein. Australien dagegen lebt davon, ebenso einzelne Länder in Lateinamerika, Afrika und im Nahen Osten. „Wir überlegen gerade, ob wir dieses Format entwickeln wollen“, sagte er.

Vorerst ist es nur eine Studie. Nichts ist entschieden — weder die Bauweise noch die Plattform noch der Antrieb. Der Pick-up könnte rein elektrisch fahren oder den seriellen Hybrid Kunpeng EREV bekommen, den Xpeng bereits über die Modellpalette ausrollt.

Doch der Antrieb ist hier bei Weitem nicht das größte Problem. Alle großen Xpeng-Crossover stehen auf einer selbsttragenden Karosserie, sogar der riesige GX mit 5265 mm Länge — er misst mehr als ein Toyota Land Cruiser. Ein Pick-up dagegen braucht einen Leiterrahmen: Zuladung, Anhängelast, Gelände. Das Chassis müsste also bei null anfangen. „Das erfordert einen völlig anderen Entwicklungsprozess, weil Chassis und Anforderungen andere sind“, ergänzte Gu.

Die naheliegendste Abkürzung ist bereits versperrt. Volkswagen ist Anteilseigner bei Xpeng, und die Deutschen haben einen fertigen Amarok-Rahmen. Nur stammt der vom Ford Ranger und gehört zum Nutzfahrzeug-Abkommen zwischen Volkswagen und Ford. Ihn an die Chinesen weiterzureichen, dürfte praktisch ausgeschlossen sein.

Der Einsatz ist hoch. Pick-ups machten im ersten Halbjahr 2026 in Australien 16,6 % der Neuwagenverkäufe aus. Ein Jahr zuvor waren es 19,2 % — das Segment hat nachgegeben, bleibt aber eines der größten im Markt.

Und den Gegner hat Xpeng selbst benannt: Tesla gilt dem Unternehmen offen als wichtigster Konkurrent. Der Cybertruck wurde bereits 2019 gezeigt — und einen Leiterrahmen hat er gar nicht, Tesla ging den Weg des Exoskeletts. Xpeng muss also entscheiden, ob es dieses Experiment wiederholt oder einen ehrlichen Rahmen baut wie Ranger und HiLux.

Zur Erinnerung: Der Cybertruck kam bei der Zuverlässigkeit auf gerade einmal 34 von 100 Punkten.

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