Fünfzig Handschalter für ganz Japan, und Renault verlangt dafür keinen Aufpreis

Fünfzig Handschalter für ganz Japan, und Renault verlangt dafür keinen Aufpreis
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Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Der Kangoo Couleur kostet 4,49 Millionen Yen (27.400 Dollar) — genau so viel wie ein normaler Diesel-Kangoo. Nur 50 Autos bekommen das Sechsganggetriebe, das die Serie überhaupt nicht mehr anbietet.

Achtzig Autos für ganz Japan — und die Hälfte davon kombiniert einen Diesel mit einem echten Schaltgetriebe. Der Renault Kangoo Couleur ist einer dieser seltenen Fälle, in denen die spannendste Version einer Sonderserie nicht die teuerste ist, sondern die altmodischste. Der Diesel-Hochdachkombi mit Sechsganggetriebe kostet 4,49 Millionen Yen (27.400 Dollar) — exakt so viel wie ein normaler Kangoo mit Selbstzünder.

Man muss es zweimal lesen: Für die exklusive Farbe, die schwarzen Stoßfänger und die zusätzliche Traktionselektronik zahlt der Dieselkäufer keinen einzigen Yen mehr. Der Benziner-Couleur mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe steht mit denselben 4,49 Millionen Yen in der Liste, doch für ihn bedeutet das einen Aufschlag von 200.000 Yen (1200 Dollar) gegenüber dem Serienmodell, also rund 4,7 %.

Und dann kommt das Detail, das den Diesel wirklich einzigartig macht. Im regulären Kangoo-Programm gibt es überhaupt kein Schaltgetriebe mehr — Benziner wie Diesel laufen ausschließlich mit dem 7EDC. Wer selbst schalten will, muss also einer Sonderserie hinterherjagen. Japan bekommt insgesamt 80 Fahrzeuge: 50 mit dem 1,5-Liter-Diesel und sechs handgeschalteten Gängen, weitere 30 mit dem aufgeladenen Benziner und dem 7EDC. Der Diesel leistet 116 PS und 270 Nm, der 1.3 Turbo kommt auf 131 PS und 240 Nm. Beide sind Fronttriebler, doch den adaptiven Tempomat mit Stau-Funktion gibt es nur für den Benziner mit automatisiertem Getriebe.

Von außen verrät ihn der Lack Bleu Dragee — eine Anspielung auf die französischen Zuckermandeln, die man zum Glück verschenkt. Dazu kommen unlackierte schwarze Stoßfänger, die seit dem Update im vergangenen Jahr ein Privileg der Sondermodelle sind, 16-Zoll-Stahlräder mit Ganzjahresreifen statt der serienmäßigen 17-Zoll-Leichtmetallräder und das System Extended Grip, das die Traktionselektronik auf rutschigem Untergrund umprogrammiert. Zum Allradler macht es den Kangoo natürlich nicht. Und die Dachreling? Die steht als Händleroption in der Liste.

Mit 4490 mm Länge überragt der Kangoo einen Toyota Sienta um 230 mm, und seine Breite von 1860 mm bringt weitere 165 mm mit. In engen japanischen Parklücken ist das ein spürbarer Kompromiss. Dafür behält der Fünfsitzer einen Kofferraum von 775 Litern, nach dem Umklappen der Rückbank sind es bis zu 2800 Liter, und die Flügeltüren am Heck öffnen wahlweise 90 oder fast 180 Grad.

Verkauft wird die Serie per Losverfahren: Die Bewerbungen laufen bis zum 26. Juli, und melden sich weniger Interessenten als Autos bereitstehen, geht der Rest nach dem Prinzip „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ in den freien Verkauf. Nebenbei bekommt Japan noch den siebensitzigen Grand Kangoo Couleur im selben Blau — 70 Exemplare zu 4,82 Millionen Yen (29.400 Dollar), allerdings nur mit Benzinmotor.

Wer wirklich einen Diesel will und die Gänge selbst sortieren möchte, fährt mit dem Couleur besser als mit der Benzin-Sonderserie: Farbe, robuste Extras und der Status der limitierten Auflage kommen ohne jeden Aufpreis gegenüber dem gewöhnlichen Diesel-Kangoo. Nur entscheiden muss man sich schnell. Handschalter gibt es genau fünfzig.

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