Mercedes-Benz hat entschieden, dass Stadtassistent und Überlandassistent nicht länger getrennt leben. Der Konzern verzahnt MB.DRIVE ASSIST PRO und MB.DRIVE ASSIST PLUS zu einem durchgehenden System. Laut dem deutschen Portal MBpassion übergibt das Auto beim Verlassen der Stadt den Staffelstab selbst vom City-Helfer an den Überland-Assistenten — ohne Pause und ohne Lücke in der Unterstützung mitten auf der Route.
MB.DRIVE ASSIST PRO ist eine Sache für die Stadt. Vom Startpunkt bis zur eingegebenen Adresse: Das System liest die Navigationsroute, hält Tempo und Richtung. Aber Vorsicht. Es bleibt SAE Level 2, der Mensch muss also durchgehend das Geschehen beobachten und jederzeit eingreifen können. Die Technik ist trotzdem beachtlich — Mercedes nennt rund 30 Sensoren, darunter zehn Kameras, fünf Radarsensoren und zwölf Ultraschallsensoren, deren Daten die Rechenplattform NVIDIA DRIVE AGX verarbeitet.
Außerhalb geschlossener Ortschaften übernimmt angeblich MB.DRIVE ASSIST PLUS. Ihm genügen acht Kameras, während die PRO-Variante zehn verlangt. Und jetzt wird es spannend: Die nötige Hardware wird laut MBpassion bereits in einige neue Mercedes verbaut, die Softwarefunktion muss man dagegen per Abo freischalten — ab Frühjahr 2027. Eine offizielle Bestätigung dieser Termine und Zahlungsbedingungen gibt es von Mercedes-Benz bislang nicht. Dafür steht der US-Preis fest: In den USA kostet das System 3950 Dollar für drei Jahre, dazu kommt eine monatliche Variante.
Der Hersteller selbst bestätigt einen gröberen Fahrplan. Die städtische Punkt-zu-Punkt-Funktion soll noch vor Ende 2026 in ausgewählten deutschen Städten starten — als erste werden Stuttgart und München genannt — und Anfang 2027 bundesweit verfügbar sein. In China gibt es MB.DRIVE ASSIST PRO seit Ende 2025, der Start in den USA ist für 2026 angekündigt.
Mit dem DRIVE PILOT der dritten Stufe darf man die Neuheit trotzdem nicht verwechseln. Bei aktivem Level 3 darf der Fahrer unter zulässigen Bedingungen den Blick von der Straße nehmen und muss die Kontrolle auf Aufforderung des Autos zurücknehmen. MB.DRIVE ASSIST PRO bleibt selbst dann ein reiner Helfer, wenn es eigenständig die Spur wechselt, abbiegt und Kreuzungen passiert. Die rechtliche und die tatsächliche Verantwortung liegt beim Menschen. Immer.
Zuvor hieß es, Mercedes-Benz habe das neue viertürige G-Klasse Cabriolet gezeigt.