Fast eine Viertelmillion Meter Unterschied — und beide Werte sind offiziell. Der BMW iX3 verspricht in Europa bis zu 805 km Reichweite nach WLTP-Zyklus. Kommt dieselbe Batterie nach Brasilien, schafft sie laut lokaler PBEV/Inmetro-Methodik plötzlich nur noch 570 km. Der Unterschied beträgt 235 km. Zufall? Nein, einfach ein anderer Maßstab.
Die Batterie ist nicht geschrumpft. Geändert haben sich die Messbedingungen. Und selbst mit der kleineren Zahl setzte sich der iX3 durch — er ist das reichweitenstärkste Serien-Elektroauto auf dem brasilianischen Markt. Zumindest laut der lokalen BMW-Niederlassung.
Der bisherige Rekordhalter, der BMW iX, kam auf 498 km. Der Neuling zieht um 72 km davon — ein Plus von 14 %. Keine Revolution, aber die alte Krone hielt trotzdem nicht lange. Der Verkaufsstart erfolgt in den kommenden Wochen, Preise und genaue Ausstattungslinien hält BMW aber noch zurück. Als erste Variante kommt der iX3 50 xDrive mit zwei Elektromotoren nach Brasilien: 469 PS, 645 Nm und Sprint auf 100 km/h in 4,9 Sekunden. Die nutzbare Akkukapazität liegt bei 108,7 kWh.
Die 800-Volt-Architektur ermöglicht Laden mit bis zu 400 kW: von 10 auf 80 Prozent in 21 Minuten unter Idealbedingungen. Nur sollte man die Katalogwerte nicht mit der realen Fahrt verwechseln. 570 km sind auf der Autobahn bei laufender Klimaanlage nicht garantiert, und die europäischen 805 km lassen sich erst recht nicht eins zu eins auf brasilianische Straßen übertragen. Was der Vergleich ehrlich zeigt: nach derselben Methode gemessen, lässt der neue iX3 seinen eigenen Bruder, den iX, deutlich hinter sich.
Offen bleibt der Preis. Die Technik der Neue Klasse bringt Brasilien Rekordreichweite und sehr schnelles Laden — wie viel teurer das gegenüber den aktuellen Elektro-SUVs der Marke wird, verrät BMW noch nicht.
Tarantas.news berichtete zuvor, dass BMW die Produktion von i3 und iX3 in Mexiko bestätigt hat.