Volkswagen hat Renault bei der Reichweite gerade überholt, und den Franzosen gefällt das gar nicht

Volkswagen hat Renault bei der Reichweite gerade überholt, und den Franzosen gefällt das gar nicht
B. Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Renault entwickelt neue Gen-2-Evo-Motoren für R4 und R5 – eine Antwort auf den Reichweitenvorsprung von VW ID. Polo und Skoda Epiq. Zeitplan, Details, Zahlen.

Volkswagen hat Renault gerade daran erinnert, wer beim Thema Reichweite das Sagen hat. Dem elektrischen Renault 5 fehlen nur 44 km zum neuen ID. Polo — und das reicht, um die Franzosen nervös zu machen. Die 52-kWh-Batterie im Renault 5 bringt es auf bis zu 410 km WLTP, während der deutsche Rivale mit einem Akku gleicher Kapazität 454 km verspricht. Der Unterschied liegt nicht in der Hardware. Er liegt darin, wie diese Hardware zum Arbeiten gebracht wird.

Genau deshalb hat sich Renault entschieden, nicht auf eine größere Batterie zu setzen, sondern mehr aus der vorhandenen herauszuholen. Marianne Bataillon, Leiterin der Entwicklung von E-Motoren und Batterien bei Renault, sagte gegenüber Autocar, dass die Änderungen Ende 2026 oder Anfang 2027 im Renault 4 und Renault 5 ankommen sollen. Im Visier stehen Inverter und Getriebe. Ihre Überarbeitung soll Effizienz und Leistung des Elektroantriebs steigern, konkrete Zahlen hat das Unternehmen bisher aber nicht genannt. Es gibt ein Versprechen — es gibt kein Datenblatt.

Beide Modelle basieren derzeit auf der Plattform AmpR Small und sind mit Batterien mit 40 oder 52 kWh erhältlich. In Spanien leistet der Renault 5 mit dem kleineren Akku 95 oder 120 PS und mit dem größeren 150 PS, die Reichweite beträgt 312 beziehungsweise 410 km. Der Renault 4 ist mit 120 oder 150 PS erhältlich und schafft bis zu 308 oder 409 km WLTP. Diese Werte sind ordentlich. Aber ordentlich reicht nicht mehr.

Es geht nicht nur um den ID. Polo. Der neue Skoda Epiq, ein Crossover auf MEB+-Architektur, verspricht rund 440 km — 31 km mehr als der beste Wert des Renault 4. Und hier liegt der Haken: Selbst ohne eine einzige zusätzliche Kilowattstunde Batterie muss Renault die Effizienz um etwa 8–11 % steigern, um den Rückstand auf die neuesten Modelle des Volkswagen-Konzerns vollständig aufzuholen. Ein einfaches Update des Motors wird nicht reichen — es muss brillant gemacht werden.

Bislang hat Renault nur die Richtung der Arbeiten und den Zeitrahmen bestätigt, nicht die endgültigen Reichweitenwerte. Die nächste Bewährungsprobe sind die offiziellen technischen Daten. Sie werden zeigen, ob R4 und R5 nur ein paar symbolische Kilometer dazugewinnen oder sich tatsächlich der Marke von 440–450 km annähern, an der der Volkswagen-Konzern derzeit die Referenz setzt.

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