Diese Box für 899 Dollar macht aus jedem Tesla ein Kraftwerk, dem Tesla nie zugestimmt hat

Diese Box für 899 Dollar macht aus jedem Tesla ein Kraftwerk, dem Tesla nie zugestimmt hat
WETOX
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Ein neues Kickstarter-Gerät für 899 US-Dollar verspricht, jedes Tesla Model 3, Y, S oder X in ein tragbares Kraftwerk zu verwandeln – ganz ohne Werks-Powershare und ohne Teslas Segen.

Niemand hat Tesla um Erlaubnis gefragt – und genau das ist die ganze Geschichte des WETOX D2. Das Gerät verspricht, jedes Model 3, Y, S oder X in eine Stromquelle für Zuhause oder den Campingplatz zu verwandeln. Offiziell hat Tesla damit nichts zu tun.

Die versprochenen 6,6 kW des neuen WETOX D2 gibt es nicht über jede beliebige Haushaltssteckdose. Die europäische Version ist für 6 kW Dauerleistung und 6,6 kW Spitzenleistung ausgelegt, doch eine Schuko-Steckdose ist bei 3,68 kW gedeckelt, und der britische Type G schafft sogar nur 2,99 kW. Mehrere leistungshungrige Heizgeräte gleichzeitig aus einer normalen Steckdose zu betreiben, funktioniert also nicht.

Der WETOX D2 ist kein passiver Adapter und keine Software-Freischaltung für Tesla. Er zieht 320–480 V Gleichstrom direkt aus dem Ladeanschluss, handelt selbstständig mit dem Auto und wandelt die Batterieenergie in haushaltsübliche 230 V um. Im Inneren sitzt ein eigener Siliziumkarbid-Wechselrichter, das Gesamtgewicht inklusive Kabel liegt bei knapp 5,5 kg.

Der Kickstarter-Preis startet bei 899 US-Dollar. Das bleibt nicht so – der spätere Verkaufspreis soll bei 1.699 US-Dollar liegen, ein Zweierset kostet 1.499 US-Dollar. Der Versand wird separat berechnet.

Hier der Haken: Teslas eigene Support-Seite sagt es nach wie vor schwarz auf weiß: Powershare gibt es nur für den Cybertruck. Model S, Model 3, Model X und Model Y unterstützen es nicht – Punkt. WETOX schaltet keinen versteckten Werksmodus frei, sondern umgeht mit einem eigenen DC-AC-Wandler schlicht das fehlende bidirektionale Bordladegerät.

Der Hersteller wirbt mit Kompatibilität zu Model 3, Y, S und X – mit einer Einschränkung: Das Auto muss das CCS-Protokoll unterstützen. Bei manchen älteren Fahrzeugen ist dafür erst ein Update des Ladegeräts nötig. Und das ist noch nicht alles: WETOX räumt selbst ein, dass künftige Tesla-Firmware-Updates das Gerät jederzeit lahmlegen könnten. Versprochen wird nur, die Kompatibilität per Over-the-Air-Update wiederherzustellen.

Tesla hat, um es klar zu sagen, weder die Sicherheit noch die Kompatibilität des WETOX D2 bestätigt. Die Anleitung selbst warnt, dass Schäden durch nicht freigegebenes Zubehör von der Garantie ausgeschlossen sein können. Der nächste echte Test ist also kein Marketingtext, sondern die tatsächliche Auslieferung der europäischen Version, unabhängige Dauertests – und eine offizielle Antwort von Tesla dazu, was mit der Garantie passiert.

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