Offenbar bereitet Porsche einen 911 Turbo für Fahrer vor, die Tempo schätzen, aber kein Aufsehen erregen wollen. Ein auf dem Nürburgring erwischter Prototyp wird von Berichterstattern mit einem möglichen 911 Turbo Touring in Verbindung gebracht; der deutlichste Hinweis ist ein ausfahrbarer Heckspoiler statt des feststehenden Flügels, der die auffälligsten 911er kennzeichnet. Der Erlkönig tritt zudem mit aufgeräumter Karosserie auf, und auf den Fotos scheinen die seitlichen Lufteinlässe abgeklebt – was die Variante noch rätselhafter macht. In Summe deuten die Indizien auf bewusstes Understatement statt Schaulaufen hin. Das wirkt wie eine gezielt gesetzte Ansage und passt zur Idee eines Touring-Konzepts.

Porsche 911 Turbo Touring / Auto-News
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Mindestens zwei Szenarien erscheinen plausibel. Erstens: Porsche entwickelt tatsächlich einen Turbo im Touring-Trimm – mit gleicher Leistungsentfaltung, aber zurückhaltender Optik. Zweitens: Es handelt sich gar nicht um einen Touring, sondern um den künftigen 911 Turbo ohne S, der etwas weniger Leistung hätte und theoretisch mit geringerem Kühlbedarf auskäme. Auch eine dritte Möglichkeit ist nicht vom Tisch: eine Sonderedition. Porsche hat auf Basis des Turbo bereits limitierte Serien aufgelegt, und die überarbeitete 992.2-Plattform eignet sich gut für einen weiteren Sammlerableger. Jede dieser Richtungen würde nahtlos in Modellpalette und Zielgruppe der Marke passen – zumal eine nüchternere Anmutung jene anspricht, die den Punch des Turbo schätzen, aber den großen Auftritt nicht brauchen.