Toyota-Mirai-Besitzer klagen in den USA: zu wenig Wasserstoff-Tankstellen und sinkende Werte
Toyota-Mirai-Besitzer verklagen den Hersteller: zu wenig Wasserstoff-Tankstellen, Ausfälle und Wertverluste. E-Autos wachsen, die H2-Infrastruktur stockt.
In den USA haben Besitzer des Toyota Mirai eine Sammelklage gegen den Hersteller eingereicht. Sie argumentieren, das Auto lasse sich nicht zweckgemäß nutzen. Wie CBS News berichtet, richten sich die Vorwürfe vor allem gegen das dünne Netz an Wasserstofftankstellen und gegen Zusicherungen von Händlern, die Käufer ihrer Ansicht nach in die Irre geführt hätten.
Der Mirai nutzt Brennstoffzellen und ist auf Wasserstofftankstellen angewiesen. Bis 2024 gab es in den USA lediglich 54 dieser Standorte, fast alle konzentriert in Kalifornien. Außerhalb dieses Bundesstaats ist die Limousine faktisch nicht einsetzbar, zudem sind manche Stationen häufig außer Betrieb. In der Klageschrift heißt es, Händler hätten die Alltagstauglichkeit des Mirai überzeichnet und einen schnellen Ausbau der Infrastruktur in Aussicht gestellt. In der Folge seien einige Besitzer mangels Kraftstoff nicht einmal bis nach Hause gekommen.
Die dünne Infrastruktur drückt zudem massiv auf die Wiederverkaufswerte. 2024 sanken die Gebrauchtpreise so stark, dass Besitzer ihre Fahrzeuge nicht verkaufen konnten, ohne erhebliche finanzielle Verluste zu tragen.
Währenddessen wächst das Ladenetz für batterieelektrische Autos rasant, Wasserstoff-Modelle verlieren an Relevanz. Fachleute betonen, dass sich im städtischen Alltag E-Autos als deutlich praktikabler erwiesen haben als Brennstoffzellenfahrzeuge. Das Muster ist bekannt: Bequemlichkeit und Verfügbarkeit bestimmen die Akzeptanz – und der Werdegang des Mirai zeigt, wie selbst vielversprechende Technik ins Stolpern gerät, wenn die Infrastruktur hinterherhinkt.