Wie der Bugatti Tourbillon das Hypercar-Interieur neu definiert
Bugatti Tourbillon setzt auf mechanische Instrumente statt Touchscreens. Entdecke das analoge Hypercar-Interieur mit Uhrmacher-Präzision und langlebigem Design.
Bugatti nutzt den Tourbillon, um die Erwartungen daran, wie sich ein moderner Hypercar-Innenraum anfühlen soll, neu zu justieren. Statt einer Wand aus Touchscreens setzt die Marke auf analoge Hardware, mechanische Haptik und zeitbeständiges Design – damit die Kabine nicht in wenigen Jahren alt wirkt, wenn sich Bedienkonzepte und Tablet-Moden wieder ändern. Das Ergebnis fühlt sich weniger nach Gadget, mehr nach Objekt mit Daueranspruch an.
Leitgedanke ist eine Art digitaler Entzug. Bildschirmzeit im Cockpit gibt es kaum: Das Zentraldisplay verschwindet im Armaturenbrett und bleibt standardmäßig außer Sicht; es fährt nur hoch, wenn es wirklich gebraucht wird. Die übrigen Kernfunktionen liegen auf physischen Bedienern mit fein abgestimmtem Widerstand und einem präzisen Klick – das ermuntert, das Auto mit den Händen zu führen statt durch Menüebenen zu wischen.
Am klarsten zeigt sich diese Philosophie im Instrumententräger. Bugatti holte Schweizer Uhrmacher ins Boot, die ein vollständig mechanisches Anzeigenensemble aus gefrästem Aluminium bauten – mit skelettierten Elementen und transparenten Abdeckungen, die Teile des Mechanismus freigeben. Die Inszenierung soll eher an die Präsenz eines am Handgelenk getragenen Tourbillons erinnern als an eine generische Geschwindigkeitsanzeige auf einem Bildschirm, und genau so kommt es rüber.
Rund um diese Instrumente ist das Lenkrad konstruiert. Sein Nabenmodul bleibt feststehend, sodass der zentrale Bereich mit Airbag und Mechanik unbewegt bleibt, während nur der Kranz dreht. So sieht der Fahrer die Anzeigen stets in gleicher Orientierung; Skalen wandern nicht aus dem Blickfeld. Die moderne Funktionalität bleibt erhalten: Schalter und Schaltwippen sind in den rotierenden Außenring integriert.

Die Raumaufteilung bewahrt Bugattis charakteristische C-Linie. Das Motiv von außen setzt sich innen fort und trennt Fahrer- und Beifahrerzone auch optisch, unterstützt durch eine horizontale Zweiteilung in der Farbgebung. Bei den Materialien geht es in Richtung Auto-Couture: eine Mischung aus Leder und frischen, maßschneiderartigen Textilien, sodass der Innenraum eher wie High Fashion wirkt als nach der üblichen Carbon-und-Alcantara-Formel.
Die Designer betonen zugleich die praktische Seite. Alles ist um realweltliche Anforderungen herum verpackt – von der Airbag-Position über die Gurtbefestigungen bis zum Verhalten der Struktur im Crash. Die Botschaft des Tourbillon ist klar und ambitioniert: Man sitzt nicht in einem Smartphone auf Rädern, sondern in einem Stück mechanischer Kunst, das auch in Jahrzehnten stimmig aussehen soll, selbst wenn Antriebe und Software der Marke in eine neue Ära gehen.