An der Zapfsäule vergreift man sich schneller, als man denkt: fremdes Auto, Mietwagen, Eile — und schon landet Diesel im Benzintank. Der wichtigste Rat der Expertinnen und Experten von Tarantas News ist erfrischend pragmatisch: den Motor nicht starten. Solange der Schlüssel unangetastet bleibt, sitzt der Diesel im Tank fest, und die Chancen auf glimpfliche Folgen steigen deutlich. Aus Erfahrung trennt genau diese eine Entscheidung oft eine kleine Panne von einer langen Werkstatttour.

Das Problem liegt in den Eigenschaften des Kraftstoffs. Diesel ist zähflüssiger als Benzin; sobald der Motor orgelt, wandert er rasch in Leitungen und Einspritzdüsen, die für den dünneren Kraftstoff ausgelegt sind. Das kann zu Verstopfungen führen, unruhiges Einspritzverhalten auslösen und die Pumpe zusätzlich belasten.

Auto beim Tanken
Dasha Sysoeva

Startet der Motor doch, können die Folgen weitreichender sein: Zündkerzen nehmen Schaden, und auch der Katalysator ist durch die falsche Verbrennung und die Zusammensetzung der Abgase gefährdet. Im ungünstigsten Fall reicht die Liste der Arbeiten vom Spülen bis hin zum Tausch von Einspritzdüsen, Pumpe und Filter — mitunter sogar des Kats.

Wer den Fehler sofort bemerkt und nicht startet, folgt in der Regel dem einfachen Programm: Abschleppen lassen und den Tank entleeren. Bezahlt wird für den Transport sowie fürs Ablassen und Spülen, danach kommt der richtige Kraftstoff hinein. Läuft der Motor bereits, bleibt es meist nicht beim Ablassen: Teile der Kraftstoffanlage und teure Abgaskomponenten können fällig werden — genau deshalb verwandelt eine Schlüsselumdrehung eine Lappalie so oft in eine teure Reparatur.

Damit es gar nicht erst wieder passiert, helfen zwei Merkmale: Diesel riecht eher nach Kerosin, und der Zapfhahn ist meist dicker und sitzt oft schwerer in der Öffnung. Fühlt sich an der Säule irgendetwas nicht stimmig an, sofort aufhören und prüfen, was tatsächlich im Tank landet.