Porsche hat ein gemeinsames Pilotprojekt abgeschlossen, das komplexe Fahrzeugabfälle in Rohstoff für neue Bauteile verwandelt. Zusammen mit dem deutschen Chemiekonzern BASF und dem Technologiepartner BEST richtete sich der Fokus auf Shredderrückstände aus Altfahrzeugen – jenes Material, das nach der Metallrückgewinnung übrig bleibt.

Dieses Gemisch besteht aus Kunststoffen, Schaum, Textilien, Glas, Staub und Lackpartikeln. Üblicherweise wird es verbrannt und zur Wärmeerzeugung genutzt. Porsche und die Partner treiben eine Alternative voran: die Vergasung. Das Material wird mit begrenzter Sauerstoffzufuhr auf über 700 Grad erhitzt, wodurch ein Synthesegas entsteht.

BASF nutzt dieses Syngas zur Herstellung von Polyurethan, das anschließend zu Schaum verarbeitet wird. Innerhalb des Projekts setzt Porsche es bereits für die Produktion von Lenkrädern ein. Nach Angaben des Unternehmens ist die so gewonnene Rohstoffbasis in ihrer Qualität mit Primärmaterial vergleichbar.

Die Initiative will die Technologie skalieren und den Anteil der Abfälle verringern, die der Verbrennung zugeführt werden. Um den Recyclinganteil nachvollziehbar auszuweisen, kommt ein Massenbilanzverfahren mit unabhängiger Zertifizierung zum Einsatz. Lösungen dieser Art rücken zunehmend in den Mittelpunkt von Markenstrategien: Modelle, die traditionell zu den besten Autos zählen, werden heute auch nach Umweltkennzahlen beurteilt. Das wirkt wie ein nüchterner, aber passender Weg, einen hartnäckigen Abfallstrom im Kreislauf zu halten und die Materialqualität auf Erwartungsniveau zu bringen.