Xpeng zeigt, dass eine der größten Sorgen vieler E-Auto-Fahrer – zu lange Standzeiten an der Ladesäule – zunehmend verblasst. Der Xpeng G9 des Modelljahres 2026 setzt einen neuen europäischen Maßstab: Er erreicht eine Spitzenladeleistung von 453 kW und lädt von 10 auf 80 Prozent in nur 12 Minuten und 43 Sekunden.

Der Lauf fand an einem Standort in Varna (Provinz Bozen, Italien) statt, wo das Fahrzeug an eine öffentliche Station mit 1.000 kW Nennleistung angeschlossen war. Xpeng betont, dass der G9 hardwareseitig theoretisch bis zu 535 kW aufnehmen kann. Ausschlaggebend ist jedoch die Ladekurve: Bis zu einem Ladezustand von 34 Prozent hielt der G9 stabile 400 kW, anschließend fiel die Leistung kontrolliert ab und schloss das 10–80-Prozent-Fenster mit durchschnittlich 347 kW – daher das Ergebnis unter 13 Minuten. Im Alltag zählt diese Konstanz mehr als ein kurzer Spitzenwert.

Xpeng G9
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Auch praktisch betrachtet überzeugt das Ergebnis: Im Test kamen in rund 3,5 Minuten etwa 100 Kilometer Reichweite hinzu. Zuvor in Norwegen, unter günstigeren Bedingungen, gelang derselbe 10–80-Prozent-Ladevorgang sogar in 11 Minuten und 48 Sekunden – ein Hinweis darauf, wie sensibel Ultra-Schnellladen auf Temperatur und Batterie-Vorkonditionierung reagiert. Der Kontext kann die Resultate spürbar beeinflussen, selbst wenn die Hardware dazu in der Lage ist.

Die Technik hinter dem Rekord besteht aus einer 800-Volt-Architektur und Batteriezellen mit 5C-Spezifikation, die bei passendem Thermomanagement sehr hohe Ströme verkraften. Xpeng hebt hervor, dass nicht die nackte Spitze entscheidend ist, sondern die Kontrolle über den Prozess: Das Laden wird berechenbar und verläuft nahezu linear. Genau diese Planbarkeit nimmt Stress aus langen Fahrten und macht schnelle Stopps verlässlich.