Rekord-Rückrufe bei Ford 2025: warum die Qualität dennoch steigt
Ford verzeichnet 2025 Rekord-Rückrufe, meldet zugleich bessere Anfangsqualität. Gründe und Effekte: OTA-Updates, NHTSA-Prüfung, sinkende Garantiekosten.
Ford Motor Company beendete das Jahr 2025 mit einer Rekordzahl an Rückrufaktionen – über hundert mehr als der nächste Wettbewerber Stellantis. Insgesamt lag der Wert fast doppelt so hoch wie der bisherige Höchststand, den General Motors 2014 markiert hatte.
COO Kumar Galhotra erklärte, das Unternehmen stehe zu seinen Fahrzeugen und reagiere zügig, sobald Probleme auftreten. Zugleich habe sich die Anfangsqualität verbessert; und wenn Fehler passieren, übernehme Ford die Verantwortung für deren Behebung. Die Botschaft wirkt pragmatisch: Reparaturen mögen häufiger anfallen, doch die Reaktion erfolgt schneller und die Zuständigkeiten sind klarer. In der Praxis kommt es Käufern oft genau darauf an.
Galhotra betonte außerdem, dass die Modelle des Jahrgangs 2025 in puncto Qualität bereits besser abschneiden als die Vorjahre. Ford rechne mit niedrigeren Garantiekosten und mit einer Verbesserung bei den Reparaturen pro tausend Fahrzeuge um mehr als zehn Prozent in den ersten Monaten des Besitzes. Zudem verwies er auf die Zuverlässigkeitsstudie 2025 von J.D. Power, in der Ford und Lincoln zu den am stärksten verbesserten Marken zählten. In diesem Licht zählt die Dynamik häufig mehr als die Schlagzeile zur Zahl der Rückrufe, die auch abbildet, wie offensiv ein Hersteller Korrekturen vorantreibt.
Im ersten Quartal spielte Ford 9,5 Millionen Over-the-Air-Updates auf, um Kundenanliegen zu adressieren. Gleichzeitig entfiel ein beträchtlicher Anteil der 2.205 Rückrufe auf erneute Arbeiten, die auf Anpassungen früherer Reparaturen zurückgingen. Hintergrund war eine Vereinbarung mit der NHTSA über 165 Millionen US‑Dollar, die das Unternehmen verpflichtete, alle Rückrufe der vergangenen drei Jahre erneut zu überprüfen. OTA-Korrekturen mindern den Aufwand für Besitzer, doch dauerhaftes Vertrauen hängt weiterhin davon ab, dass die Hardware von Beginn an sitzt.