Mercedes-Benz USA ruft 169 Exemplare des elektrischen Crossovers EQB aus den Modelljahren 2022 und 2023 zurück. Mit der Aktion reagiert der Hersteller auf potenziell gefährliche interne Mängel an den Hochvoltbatterien, die zu Überhitzung und sogar zu Bränden führen können – auch im abgestellten Zustand. Betroffen sind die Varianten EQB 250, 300 4MATIC und 350 4MATIC aus dem Werk Kecskemét in Ungarn, gebaut zwischen Dezember 2021 und Januar 2024.

Erste Fälle von Überhitzung wurden 2023 außerhalb der USA registriert; in den Vereinigten Staaten gab es zwei Vorfälle, im Januar und im Juni 2025. Mercedes führt das Risiko auf anfängliche Fertigungsabweichungen und Spannungsspitzen in der Ladeinfrastruktur zurück. Vorsorglich empfiehlt der Hersteller, die Batterie bis zum Software-Update des Batteriemanagements beim Händler nicht über 80 Prozent zu laden.

Laut Unternehmen gilt für die Batterie eine Garantie von acht Jahren; sinkt die Kapazität um mehr als 30 Prozent, wird sie ersetzt. Die Benachrichtigungen an Halter sollen am 16. Januar 2026 beginnen, und die Fahrgestellnummern lassen sich bereits jetzt auf der US-Website von Mercedes-Benz prüfen.

Der EQB zielt zwar auf das Segment der kompakten Premium-Stromer, doch sein Einstiegspreis von 53.050 US-Dollar stellt ihn preislich in Konkurrenz zum geräumigeren Kia EV9. Zudem bereitet die Marke einen komplett neuen GLB mit EQ-Technik vor, der den aktuellen EQB zum Modelljahr 2027 ablösen soll.

Der Rückruf ist heikel für Mercedes: Er kratzt am Markenimage und berührt die Loyalität der E-Kunden. Eine zügige Softwarekorrektur und offene Kommunikation dürften den Schaden jedoch begrenzen. Die vorübergehende 80-Prozent-Begrenzung ist lästig, wirkt aber als vernünftiger Sicherheitsrand. Und der enge Zuschnitt – 169 Fahrzeuge – lässt darauf schließen, dass das Risiko überschaubar bleibt, auch wenn Schlagzeilen rund um Batterien erfahrungsgemäß besonders laut nachhallen.