Renault plant elektrische Super‑Hybride mit Benzin‑Range‑Extender
Renault bringt ab 2028 Super‑Hybride mit Benzin‑Range‑Extender: über 1.000 km Reichweite, C15‑Technologie und geringere Abhängigkeit vom Ladenetz für Europa.
Renault stellt seine Strategie neu auf: Während sich der Absatz reiner Elektroautos abkühlt, bereitet die Marke „Super‑Hybride“ vor – Stromer mit kompaktem Benzin‑Range‑Extender. Das Konzept zielt auf mehr als 1.000 Kilometer zwischen Stopps und weniger Abhängigkeit von der Ladeinfrastruktur.
Renault setzt auf REx, um Reichweitensorgen zu entschärfen
Das Unternehmen entwickelt ab 2028 eine neue Plattform für kompakte und mittelgroße Modelle. Ursprünglich als reines E‑Auto‑Fundament gedacht, wird nun ein modularer Range‑Extender integriert. Der Grund liegt auf der Hand: Das Wachstum bei Elektrofahrzeugen in Europa hat nachgelassen, während die Ladenetze in südlichen Märkten nur schleppend ausgebaut werden. Weil immer mehr Käufer eine verlässliche Distanz verlangen, bietet Renault einen Mittelweg.
C15‑Technologie: ein Motor in Koffergröße
Den Range‑Extender entwickelt Horse Powertrain, ein Joint Venture von Renault und Geely. Er kombiniert einen 1,5‑Liter‑Verbrenner, einen Generator und einen Inverter; das gesamte Aggregat ist nicht größer als ein Reisekoffer. Es lässt sich vorn oder hinten einbauen – je nach Fahrzeug vertikal oder horizontal.
Geplant sind zwei Ausführungen: ein Saugmotor mit 94 PS und eine Turbo‑Variante mit 161 PS für größere Modelle. Der Motor treibt die Räder niemals direkt an; er fungiert ausschließlich als Generator und hält die Traktionsbatterie während der Fahrt auf Ladung.
Warum Renault den Kurs ändert
Produktchef Bruno Vanel betont, dass die Marke flexibel bleiben müsse. Selbst bei allen Bestrebungen Richtung Voll‑Elektro sei der Markt noch nicht so weit. Südeuropa, Teile Osteuropas und Regionen mit dünner Ladedichte bräuchten weiterhin Übergangslösungen. Das wirkt wie eine nüchterne, pragmatische Bestandsaufnahme der europäischen Realität.
Das Unternehmen geht davon aus, dass das Super‑Hybrid‑Prinzip den Umstieg auf E‑Autos erleichtert, weil die Sorge, rechtzeitig eine Lademöglichkeit zu finden, an Gewicht verliert. Für viele Kunden wiegt diese Absicherung mindestens so schwer wie die reinen Leistungswerte.
Wie es mit der nächsten Renault‑Generation weitergeht
Die neue Plattform wird die CMF‑BEV ablösen und die Kosten um 40 Prozent senken. Erstes Serienmodell darauf ist der Renault Embleme, wohl der Nachfolger des Mégane. Die Architektur unterstützt sowohl reine E‑Versionen als auch REx‑Varianten; bestehende Modelle werden für den Range‑Extender nicht umgerüstet. Der Fokus auf Neuentwicklungen hält die Komplexität im Zaum.
Renault setzt damit auf eine klare Strategie: eine elektrische Basis mit einem kompakten Benzin‑Modul zu kombinieren, um Reichweiten auf Verbrenner‑Niveau zu erreichen und zugleich den Charakter eines E‑Autos zu bewahren. Das ist eine bodenständige Antwort auf die europäischen Rahmenbedingungen – und könnte sich als taugliche Blaupause für die Übergangszeit erweisen.