Der US-Automarkt driftet auseinander. Während Premiummarken Rekordzahlen melden, gerät der Massenmarkt unter Druck: Neue Autos sind für den Durchschnittskäufer zu teuer geworden.

Statistik

Der durchschnittliche Preis für einen Neuwagen in den USA hat die 50.000-Dollar-Marke überschritten. Damit verändert sich das Bild einer normalen Anschaffung. Früher war ein neues Auto ein Standardposten im Familienbudget, heute gilt es zunehmend als Luxusgut.

Vor diesem Hintergrund verzeichnen Premiumhändler ihre besten Jahre, während konventionelle Autohäuser mit zurückhaltenden Kunden und zähen Verhandlungen über die monatlichen Raten zu kämpfen haben.

Teurer, aber mehr Verkäufe

Laut Kelley Blue Book werden inzwischen mehr Autos über 75.000 Dollar verkauft als Modelle unter 30.000 Dollar. Im November entfielen nur noch 7 Prozent der US-Verkäufe auf Fahrzeuge unter dieser Grenze. Der durchschnittliche Transaktionspreis steigt weiter – im Dezember 2025 lag er bei 50.326 Dollar. Das bestätigt den Trend zu teuren Modellen. Um die Verkäufe anzukurbeln, bieten Banken nun Kreditlaufzeiten von bis zu 84 Monaten an. So bleiben die Raten unter der kritischen Schwelle von 1.000 Dollar im Monat, die bereits jeder fünfte Käufer zahlt.

Die Mitte verliert den Anschluss

Während wohlhabende Amerikaner weiterhin große, teure Fahrzeuge kaufen, wird die Mittelschicht aus dem Markt gedrängt. Es entsteht eine Zweiklassengesellschaft: Das Premiumsegment wächst, während der Massenmarkt schrumpft. Das erhöht den sozialen und wirtschaftlichen Druck und wirft Fragen zur künftigen Erschwinglichkeit individueller Mobilität auf.